Wenn der FC St. Pauli am Freitagabend beim 1. FC Union zum zweiten Saisonspiel antritt, wird Simon Zoller nicht mit von der Partie sein. Wie schon bei der Premiere gegen Heidenheim und so oft in der vergangenen Spielzeit nicht. Abgeschrieben ist der Angreifer indes noch nicht.
Letztjähriger Last-Minute-Transfer kämpft mit Verletzungen
Zoller galt als das „fehlende Puzzleteil“ im Kader, als Andreas Bornemann ihn am letzten Tag der letzten Sommertransferperiode verpflichtet hatte. Das ist nun ziemlich genau ein Jahr her, und das Puzzleteil Zoller passte nur vier Mal in der 2. Liga, nicht einmal von Anfang an. Immer wieder bremsten den 33-jährigen Sturm-Routinier Verletzungen aus. Nachdem er sich während des Trainingslagers in Scheffau im Anschluss an auskurierte Rückenprobleme zwischenzeitlich wieder an die Mannschaft herangekämpft hatte, folgte die nächste Muskelblessur.
Auf Instagram wandte sich der Ex-Bochumer bereits vor St. Paulis Saison-Premiere am vergangenen Sonntag mit einem emotionalen Statement an die Fans und kündigte an, zurückkommen zu wollen. „Die letzten zwölf Monate waren ein gesundheitliches Auf und Ab. Es entwickelten sich gesundheitliche Probleme, gegen die ich bis zum heutigen Tag ankämpfe und ich kann euch versichern: Ich setze alles daran, diese Herausforderung zu schaffen.“
„Es hat Momente gegeben, in denen ich die Hoffnung verloren hatte und alles infrage gestellt habe.“ (Simon Zoller)
Zoller will kämpfen, verhehlt aber auch nicht, dass es Tage des Zweifels gab. „Es hat Momente gegeben, in denen ich die Hoffnung verloren hatte und alles infrage gestellt habe. Es würde aber nicht in meine Karriere passen und gegen meine innere Haltung sprechen, aufzugeben und es unversucht zu lassen. Wann ich zurückkomme, kann ich nicht sagen. Aber wir werden uns auf dem Platz wiedersehen. Das bin ich dem Verein, meinen Mitspielern, aber vor allem mir selbst schuldig.“
Blessin sieht Zoller wieder lächeln
Alexander Blessin hat den Prozess bei Zoller vom Zweifelnden bis hin zurück Kämpfenden genau registriert, seit dieser im Anschluss an die erfolgreichen Trainingslagertage von Österreich den nächsten Rückschlag erlitten hat. „Er hat nicht mehr so ein griesgrämiges Gesicht, ich sehe ihn jetzt auch mal wieder lächeln.“ Der Trainer weiß: „Die Situation ist nicht einfach für Simon, gerade auch vom Kopf her. Irgendwann macht es dich mürbe. Wir versuchen ihn aufzufangen und zu unterstützen.“ Und genau deshalb versucht das Trainerteam auch, weiter Geduld walten zu lassen. „Im Moment sieht es gut aus, jetzt müssen wir ihn langsam belasten und hoffen, dass er keine Reaktion zeigt“, erklärt Blessin, „wir werden nichts riskieren.“
Denn ein gesunder Zoller, davon ist der frühere Angreifer unverändert überzeugt, hätte einen Mehrwert für seinen Kader: „Simon hat die Qualität, uns weiterzuhelfen.“

