Mit einem aktuell noch nicht vollständigen Kader bereitet sich der VfL auf die Partie beim Aufsteiger KSV Holstein vor. Die Zeichen werden auf Sieg gestellt, und dabei soll wohl auch schon mindestens ein Last-Minute-Zugang mitwirken …
Vor „historischem“ Spiel in Kiel
Wer bleibt, wer geht? Auch und vielleicht besonders in Wolfsburg dreht sich zum Ende des Transferfensters das Spielerkarussell noch. Sogar Angreifer Jonas Wind, der zum Saisonbeginn noch nicht über die nötige Fitness für die Startelf verfügte, könnte darauf sitzen. Ob er weiterhin mit dem Dänen planen kann, konnte Ralph Hasenhüttl am Donnerstag nicht zu 100 Prozent behaupten. „Mit dem Begriff Sicherheit bin ich inzwischen im Fußball ein bisschen vorsichtig“, so der Coach. „Wir haben ein Gespräch über seine Situation geführt, seine Reaktion im Training war gut.“ Von den Nachrichten, die über einen Wechsel des Dänen zu Sporting Lissabon nach Portugal spekulieren, habe er noch nichts vernommen, und: „Wir kennen seine Fähigkeiten, wollen ihn auf keinen Fall gehen lassen.“
„Er ist ein richtiger Athlet, körperlich sehr fit, hat aber auch fußballerische Qualitäten.“ (Ralph Hasenhüttl über Sali Ozcan)
Definitiv verfügbar ist Sali Özcan, der am Mittwoch von Borussia Dortmund ausgeliehen wurde. „Ich bin froh, dass er da ist, weil er gut in unsere Philosophie passt. Er ist ein richtiger Athlet, körperlich sehr fit, hat aber auch fußballerische Qualitäten“, schwärmt Hasenhüttl. „Aufgrund unserer Personalprobleme auf der Sechs ist er ein wichtiger Spieler, der körperbetont spielt, was wir in der Vorbereitung vermisst haben.“ Welche Rolle der 26-Jährige genau beim nächsten Spiel gegen Holstein Kiel spielen wird, ist noch offen. „Ich gehe davon aus, dass er mitfährt“, spekuliert der Trainer. „Wir machen mit ihm noch eine längere Taktiksitzung. Er sitzt zumindest einmal auf der Bank, steht voll im Saft, kann uns sofort weiterhelfen. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber keinen Zeitdruck.“
Koulierakis kommt am Freitag
Während der Bedarf für das defensive Mittefeld gedeckt ist, tun sich in der Abwehr noch Lücken auf. Nicht mehr dabei sein werden die wechselnden Moritz Jenz (per Leihe nach Mainz) und Maxence Lacroix (Crystal Palace), Nicolas Cozza wurde erneut in seine Heimat zum FC Nantes verliehen. „Die Chancen, auf seiner Position zu spielen, waren sehr gering, ähnlich wie bei Moritz Jenz“, so Hasenhüttl über den Franzosen und dessen Kollegen in der Wolfsburger Hintermannschaft, in der der 57-Jährige trotz der nachrückenden Youngster Mathys Angely (17) und David Odogu (18) noch Handlungsbedarf sieht. „Wenn du Dreierkette spielen willst, brauchst du noch einen Spieler, das ist klar“, so Hasenhüttl.
Der bereits vor einiger Zeit verpflichtete griechische Abwehrspieler Konstantinos Koulierakis reiste in dieser Woche noch mit seinem Team PAOK Saloniki zum Europa-League-Rückspiel bei den Shamrock Rovers nach Irland. Der 20-Jährige wird zwar an diesem Freitag bereits in Wolfsburg erwartet, eine Option für die Partie am Samstag bildet er jedoch nicht. Hasenhüttl: „Er wird nicht dabei sein.“
Hasenhüttl: „Wollen mehr als warme Worte“
Vor dem ersten Aufeinandertreffen beider Klubs um Bundesligapunkte stehen bei den Niedersachsen die Zeichen auf Sieg. „Wir wissen um die Atmosphäre und die historische Bedeutung dieses Spiels für die Region“, stellt Hasenhüttl klar und fordert: „Wir wollen mehr als nur warme Worte nach dem Abpfiff bekommen.“ Respekt vor dem Gegner ist durchaus vorhanden. „Sie verfügen über gute Automatismen. Man hat im ersten Spiel gesehen, dass sie mutig und sehr variabel spielen. Wir müssen in der Arbeit gegen den Ball noch wacher sein. Aber wir haben eine Chance, das Spiel zu gewinnen, wenn wir mit derselben Energie und Überzeugung zur Sache gehen wie gegen die Bayern.“
Vier Langzeitverletzte
Zum Personal: Die Gesichtsprellung, die Lovro Majer beim 2:3 gegen den Rekordmeister davontrug, wird den Kroaten nicht einschränken. Fehlen werden dagegen die fünf Langzeitverletzten Rogerio (Knie), Joakim Maehle (Rückschlag nach Außenbandverletzung), Lukas Nmecha (Oberschenkel), Aster Vranckx (Bauchmuskel) und Kevin Paredes (Fuß).

