Topp über Bundesliga-Fußball: „Das habe ich unterschätzt“

Auch im zweiten Bundesliga-Spiel kam Keke Topp zum Einsatz, diesmal als Werder-Joker: Für den 20-Jährige sei das Niveau immer noch ein „großer Unterschied“ zur 2. Liga.

Flut an Kartenanfragen beim Werder-Heimdebüt

Keke Topp ist bereits reflektiert genug, um angesichts seiner zwei Startelfeinsätzen zum Pflichtspielstart keine unüberlegten Dinge zu sagen – nachdem er nun, am 2. Spieltag gegen Borussia Dortmund (0:0), erst in der 82. Minute eingewechselt wurde. „Klar kann ich die Frage verstehen – und wenn ich jetzt sagen würde, ich wäre glücklich, dass ich auf der Bank sitze, dann stehe ich hier falsch. Natürlich war ich nicht froh darüber“, entgegnete der Angreifer des SV Werder Bremen: „Aber ich war jetzt 0,0 sauer oder irgendwie enttäuscht vom Trainer.“

Es sind ja immer noch die ersten Schritte, die der vom FC Schalke 04 zurückgekehrte ehemalige Bremer Nachwuchsspieler seit einigen Wochen bei den Profis macht. Und bislang sind diese bemerkenswert erfolgreich verlaufen, insbesondere aufgrund seines aufsehenerregenden Dreierpacks in der ersten Pokalrunde, gefolgt vom Startelfdebüt in Augsburg – das zur Halbzeit indes vorzeitig beendet war; der für Topp eingewechselte Justin Njinmah traf anschließend zum 2:2 und startete nun auch beim ersten Heimspiel der Saison.

Topp: „Wenn ich alle Kartenanfragen angenommen hätte, …“

Für Topp fiel das Liga-Heimdebüt trotz kurzer Einsatzzeit „natürlich sehr, sehr besonders“ aus, wie er berichtete: „Es war cool, viele bekannte Gesichter zu sehen auf den Tribünen, seien es meine Freunde, seien es Bekannte aus dem Dorf, oder auch Bekannte aus Bremen.“ Der unweit der Hansestadt in Bremervörde geborene neue „local hero“ bei Werder musste im Vorfeld dementsprechend viele Kartenanfragen händeln: „Wenn ich alle angenommen hätte, wäre ich wahrscheinlich bei 50, 60 gelandet. So waren es knapp über 20.“

Dass der Ex-Schalker gegen den BVB gerne mehr mitgenommen hätte als das Remis, war Topp jedenfalls anzumerken: „Wir waren klar die bessere Mannschaft, hätten gewinnen müssen – und das dürfen wir uns auch so ankreiden. Leider waren wir nicht konsequent genug vom Tor, wurden dann zu hektisch“, sagte der 20-Jährige: „Das stört uns natürlich, aber wir sollten auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken.“

Bundesliga? „Das hätte ich nicht gedacht“

Auch Topp selbst wolle sich von seiner Reservistenrolle nun keineswegs beirren lassen: „Es wird immer mal Spiele geben, wo ich auf der Bank sitze und welche, wo ich starte. Das, was ich tun muss, ist einfach alles zu geben.“

Vor allem nach seinem Traumstart gegen Drittligist Energie Cottbus stellte sich ja die Frage, ob Topp auch auf höherem Niveau daran anknüpfen kann, wenn er es mit „anderen Kalibern“ von Innenverteidigern zu tun bekommt. Mittlerweile habe er jedenfalls auch selbst festgestellt, dass Bundesliga-Fußball „schon noch mal ein deutlicher Unterschied“ sei: „Das habe ich auch so ein bisschen unterschätzt, um ehrlich zu sein. Ich hätte nicht gedacht, dass der Unterschied dann so groß ist. Aber wenn man mal überlegt, muss das ja auch so sein …“

Topp: „Ich mache lieber stetig kleine Schritte“

In der Bundesliga gebe es weniger Räume, das Spiel verlaufe technisch versierter und die Gegenspieler seien „einfach cleverer“, erklärte Topp: „In der 2. Liga geht es einfach ein bisschen mehr um Kampf und lange Bälle.“ Trotzdem sei der Neuzugang mit seinem Start bei Werder „definitiv sehr zufrieden: Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass ich nach drei Spielen drei Tore auf dem Konto habe, hätte ich das unterschrieben.“

Nun würde es für den erstmals für die deutsche U 21 nominierten Angreifer heißen, sich weiter zu verbessern, weiter an die neuen Anforderungen zu gewöhnen. „Ich bin ja noch nicht am Ende meiner Entwicklung“, betonte Topp: „Alles mit der Zeit: Ich mache lieber stetig kleine Schritte als ganz schnell einen ganz großen Sprung zu machen.“

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