Taktikfuchs mit der Tafel: Henriksen nutzt Trinkpause zum Nachjustieren

Der VfB Stuttgart legte gegen Mainz los wie die Feuerwehr. Bevor die Nullfünfer in den komplett roten Bereich kamen und noch mehr Gegentore fangen konnten, half den Gästen eine Trinkpause.

Reaktion auf Anfangsphase

„Die ersten 20 Minuten waren sehr schlecht“, eröffnete Bo Henriksen sein Statement auf der Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel in Stuttgart. Zehn Mainzer hatten in der Anfangsphase kein Land gesehen. Lediglich der elfte, Keeper Robin Zentner, verhinderte in dieser Phase einen höheren Rückstand. Der 29-Jährige musste früh zweimal gegen Deniz Undav eingreifen, letztlich aber trotzdem zweimal hinter sich greifen. Es bahnte sich ein Debakel für die Nullfünfer an – doch die Hitze kam den Gästen zu Hilfe.

Die hohen Temperaturen in Schwaben führten zu einer Trinkpause – und diese nutzte Henriksen geschickt. Der 49-Jährige schleppte seine Taktiktafel an den Spielfeldrand, rief seine Spieler herbei und passte seinen Matchplan an.

Der erste Plan geht nicht auf

„Wir wollten Mann-gegen-Mann hoch anlaufen“, lautete der ursprüngliche Plan verriet Jonathan Burkardt nach der Partie bei Sky. Das klappte zunächst allerdings überhaupt nicht, denn wenn die Stuttgarter die erste Pressinglinie überwunden hatten, standen die Gäste derart offen, dass es für die VfB-Angreifer ein Leichtes war, in Strafraumnähe und zum Abschluss zu kommen.

Das hatte natürlich auch Henriksen erkannt und schob auf der Tafel die Magnete hin und her. Der emotionale Däne erklärte seinen Spielern die neue Herangehensweise. „Er hat verlangt, dass wir einen Tick tiefer stehen“, so Burkardt, der fortan mit seinen Mitspielern die neue Marschroute umsetzte. Zwar hatte Undav eine weitere Schusschance, doch insgesamt gelang es den Rheinhessen nun immer besser, sich auf das Spiel des Vizemeisters einzustellen.

Plan B zwei greift

Trotz der nun etwas defensiveren Einstellung kam der FSV zu Chancen, Nadiem Amiri verkürzte gar noch vor der Pause vom Elfmeterpunkt. Im zweiten Durchgang war es dann Burkardt selbst, der eiskalt zum 2:2 vollstreckte. Auch vom unglücklichen 2:3 – vom Pfosten sprang Fabian Rieders Freistoß an Zentners Rücken und von dort ins Tor – ließen sich die Mainzer nicht aufhalten und kamen selbst in der Nachspielzeit durch Maxim Leitsch final zurück.

Etwas Glück war allerdings auch dabei, denn der VfB hatte mitunter große Chancen ausgelassen. „Ich glaube, es ist ein glücklicher Punkt“, sagte deshalb auch Burkardt – und doch: „Wir haben uns immer zurückgekämpft und daran geglaubt, das ist schön.“

Und Taktikfuchs Henriksen? Der stellte nüchtern fest: „Stuttgart hat sehr gut gespielt und kann auch 3:0 oder 4:0 führen. Wir hatten eine Trinkpause – und das war vielleicht wirklich gut für uns.“

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