St. Paulis Eggestein: „Wir müssen schnell lernen“

Das erste Bundesliga-Heimspiel des FC St. Pauli nach 13 Jahren endete mit aufmunterndem Applaus von den Rängen – und doch mit einer Enttäuschung. Der Aufsteiger hat beim 0:2 gegen Heidenheim ordentliche Ansätze gezeigt und doch klar die Grenzen aufgezeigt bekommen.

Anschauungsunterricht von Vorbild Heidenheim

Nicht nur für Johannes Eggestein war die 66. Minute in doppelter Hinsicht die Schlüsselszene. Weil sie die Defizite des Aufsteigers vorn und hinten schonungslos offenlegte. Nach einem eigenen Eckball hatte Verteidiger Hauke Wahl die große Chance zur Führung, aus dem von FCH-Keeper Kevin Müller abgewehrten Schuss entsprang der Konter, bei dem Connor Metcalfe die Gefahr nicht kommen sah und das taktische Foul nicht beging.

„Das Tor war der Knackpunkt“, sagt Eggestein, „es hat uns psychologisch einen Knick gegeben“. Und der war vermeidbar. Wahl hadert: „Es kann nicht sein, dass Heidenheim in der Entstehung einfach durchlaufen kann, wir müssen das Foul machen.“ Und Trainer Alexander Blessin klagt: „Wir müssen in der Szene dreckig sein, das taktische Foul machen und uns die Gelbe Karte abholen. Da haben wir Lehrgeld bezahlt.“

Lehrgeld, das teuer werden kann für den Aufsteiger, wenn er sich nicht schnell an die Anforderungen gewöhnt, die die Bundesliga stellt. Heidenheim hatten die Protagonisten am Millerntor zum Vorbild erklärt, weil der kleine Klub von der Ostalb mit bescheidenen Mitteln eindrucksvoll im ersten Bundesligajahr bestehen konnte.

Lernerfolge müssen sich zügig einstellen

Am Sonntag nun lieferte das Vorbild Anschauungsunterricht in Sachen Effizienz, war nicht besser im Spiel, aber eindeutig klarer in den entscheidenden Phasen. „Der Unterschied zwischen der 1. und der 2. Liga ist, dass wir unsere Chance nutzen müssen, weil wir vielleicht keine zweite oder dritte kriegen“, sagt Eggestein und weiß: „Das müssen wir schnell lernen, weil wir diese Effektivität in dieser Saison brauchen werden.“

Der Trainer sieht seit Vorbereitungsbeginn dennoch eine Entwicklung und einen Fortschritt beim Umsetzen seiner Spielidee: „Mich stimmt positiv, dass der Matchplan aufgegangen ist, dass wir Chancen hatten.“ Und Blessin findet, dass die Schritte, die zu gehen sind, beispielsweise der zu mehr Cleverness von Metcalfe in der Entstehung des ersten Gegentores, nicht so groß sind.

„Die Dinge, die uns noch fehlen, sind relativ einfach zu lernen“, sagt er. Die Lernerfolge aber müssen sich zügig einstellen. „Wir müssen nicht hadern, sondern die nächsten Schritte gehen und effektiver werden in beide Richtungen. Dann werden wir zu Punkten kommen und das ist das, was wir brauchen.“

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