Am Sonntag bestreitet der FC St. Pauli gegen Heidenheim sein erstes Bundesligaspiel seit 13 Jahren. Einen Tag zuvor wurde der Vertrag mit Jackson Irvine verlängert. Es ist ein Zeichen, wie gut der Kapitän und „sein“ Klub zusammenpassen.
Kapitän und Identifikationsfigur verlängert vor dem Bundesliga-Auftakt
Als die Aufstiegsfeierlichkeiten am Nachmittag des 12. Mai draußen auf den Rängen des tobenden Millerntorstadions auf dem Höhepunkt waren, wurde einer im Inneren plötzlich ganz still und emotional. Jackson Irvine weinte. Ziemlich enthemmt sogar. „Ich habe meine ganze Karriere darauf hingearbeitet, Teil einer solchen Mannschaft und eines solchen Vereins zu sein.“ Zur Wahrheit gehört: Der 31-Jährige Australier ist viel mehr als nur ein Teil von Team und Klub – er ist das Gesicht. Irvine lebt nicht nur im Stadtteil, er lebt auch St. Pauli.
Alexander Blessin hat nur wenige Tage benötigt, um den Wert des Weitgereisten zu begreifen und bestätigte ihn als Kapitän. „Alles andere wäre nicht nachvollziehbar gewesen“, sagt der neue Trainer, „alles, was Jackson im Gespräch vermittelt, lebt er genauso auf dem Platz und in der Kabine.“
Neuer Vertrag ist ein klares Zeichen von beiden Seiten
Die vorzeitige und langfristige Vertragsverlängerung ist ein klares Zeichen von beiden Seiten. Wie vor rund eineinhalb Jahren. Da hat Irvine unmittelbar vor der WM in Katar verlängert. Obwohl St. Pauli zu diesem Zeitpunkt im Abstiegskampf der 2. Liga feststeckte und das Turnier ihm die große Bühne geboten hätte, womöglich andernorts einen lukrativeren Kontrakt zu unterzeichnen. Er sagt nun: „Als ich damals meinen Vertrag verlängert habe, habe ich gesagt, wie wohl ich mich fühle. Daran hat sich nichts geändert, deswegen sehe ich auch meine weitere Zukunft hier. Wir haben gemeinsam viel erreicht, aber in dieser neuen und aufregenden Phase dieser Reise, bin ich bereit, noch mehr zu geben.“
„Wenn sich Außenstehende den idealen Typen eines St. Pauli-Profis vorstellen, dann erfüllt Jackson viele Kriterien.“ (Andreas Bornemann)
Der erneute vorzeitige und langfristige Vertrag ist ein Zeichen, dass ihm die Verantwortungsträger genau das zutrauen. „Jacksons Qualitäten als Leistungsträger und Leader sind bekannt“, sagt Andreas Bornemann, „dazu identifiziert er sich unheimlich mit den Werten des Vereins und verkörpert sie in einzigartiger Weise.“ Schon nach der Verpflichtung im Sommer 2021 hatte der Sportchef im kicker mal verraten: „Wenn sich Außenstehende den idealen Typen eines St. Pauli-Profis vorstellen, dann erfüllt Jackson viele Kriterien. Nach unserem ersten Treffen hatte ich die Befürchtung, die Leute könnten denken, dass es sich um einen Marketing-Transfer handeln könnte.“ Tatsächlich sind St. Pauli und Irvine die perfekte Symbiose. Und das seit Samstag vermutlich bis ins Fußballer-Rentenalter.

