Ein denkwürdiges erstes Mal erlebten beim Auftaktsieg gegen den VfB gleich mehrere Freiburger. Vom neuen Vorgesetzten bis hin zur Nachwuchskraft.
Ogbus wird zum drittjüngsten SC-Debütanten im Oberhaus
Letztlich war es ein Bundesliga-Debüt wie gemalt für Julian Schuster (39) als Chefcoach des SC Freiburg. Selbst der frühe Rückstand nach nicht einmal zwei Minuten gegen den VfB Stuttgart wirkte im Nachhinein wie eine glückliche Fügung des Schicksals – gab er dem Breisgauer Kollektiv doch direkt Gelegenheit, die eigene Widerstandsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Dies gelang Schusters Profis absolut beeindruckend. Am Ende stand ein hochverdienter 3:1-Sieg im badisch-schwäbischen Prestigeduell gegen den letztjährigen Vizemeister. Und die Erkenntnis: Auch nach dem Abschied der langjährigen tragenden Säule Christian Streich auf dem Trainerposten gerät das Freiburger Gesamtgebilde offensichtlich nicht ins Wanken.
Bewährter Teamgedanke, frische taktische Impulse
Christian Günter (31), Kapitän und Jubilar, brachte nach seinem 400. Pflichtspiel für den SC das allgemeine Vertrauen in den neuen Vorgesetzten so zum Ausdruck: „Wenn wir die Dinge, die Julian uns vorgibt, gut umsetzen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass wir Bundesligaspiele gewinnen.“ Schuster, erklärt Günter, habe „manche Dinge verändert, aber auch Dinge beibehalten, die schon unter Christian Streich den SC Freiburg immer ausgezeichnet haben“.
Als da wären ganz sicher die überragende Betonung des Teamgedankens mit einer kompromisslosen individuellen Leistungsbereitschaft als Voraussetzung. Beides war dem Team im Zuge des Auftaktsiegs ebenso anzumerken wie die frischen Impulse, die Schuster insbesondere taktisch gesetzt hat: Durch ein aggressiveres Pressing in Kombination mit einem schnellen, zielstrebigen Umschalten Richtung gegnerisches Tor.
Zugang Osterhage erweist sich auf Anhieb als Schlüsselfigur
Als eine Schlüsselfigur glänzte in dieser Beziehung Zugang Patrick Osterhage (24) im zentralen Mittelfeldfeld ebenso wie die bewährten Korsettstangen Vincenzo Grifo (31) und Günter als Tandem auf der linken Seite. Innenverteidiger Max Rosenfelder (21) in der Startelf und der später für hinten rechts eingewechselte Bruno Ogbus (18) feierten wie ihr Cheftrainer Premiere im Oberhaus und unterschieden sich dabei in ihrem Auftreten nicht von den etablierten Kräften. Jünger als Ogbus waren beim ersten Erstliga-Einsatz im SC-Trikot bislang nur der damals 17-jährige Dennis Aogo sowie Matthias Ginter (18 Jahre und zwei Tage).
Ebenfalls ein denkwürdiges erstes Mal erlebte Routinier Lukas Kübler (31): Zwei Tore in einem Bundesligaspiel waren dem Rechtsverteidiger vorher noch nie gelungen, „daran werde ich mich sicher noch lange erinnern“. Die nachhaltigste Errungenschaft des Tages neben den drei Punkten verdeutlichte Schuster indes so: „Die Mannschaft nimmt das Gefühl mit, dass Dinge funktionieren.“ Wodurch sich etwaige offene Fragen im Zuge des Trainerwechsels am besten beantworten lassen.

