Rose wünscht sich den FC Barcelona – Kampls Ansage

Bringt Leipzig den seit 14 Monaten in der Bundesliga ungeschlagenen Meister Bayer 04 Leverkusen zu Fall? Trainer Marco Rose sieht der Aufgabe mit Vorfreude entgegen.

Leipzig: Spekulationen um Simakan und Antonio Silva

Weil er sich davon keinen aussagekräftigen Anschauungsunterricht versprach, hatte Marco Rose am Mittwoch den mühsamen 1:0-Erfolg von Bayer 04 Leverkusen beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena nicht von der ersten Minute angeschaut. „Bezogen auf unser Spiel kann man da nicht so viele Schlüsse ziehen“, sagte Leipzigs Trainer angesichts der Tatsache, dass sein Gegenüber Xabi Alonso eine bessere B-Elf aufgeboten hatte. „Ich denke, dass gegen uns sechs, sieben andere Spieler auflaufen werden. Sie haben Erfahrung und Qualität dazu geholt. Es ist eine tolle Mannschaft mit einem tollem Trainer, schwer zu verteidigen und schwer zu bespielen“, urteilte der Coach und drückte seine Vorfreude mit den Worten aus: „Es ist eine ambitionierte Aufgabe, aber wir haben Bock darauf.“

Wird Wunschdenken zur Realität? Kampl glaubt daran

Den in der Vorsaison ungeschlagenen Meister zu Fall zu bringen, das ist das große Ziel der Sachsen in diesem Top-Spiel am Samstagabend. „Wir fahren dahin, um zu gewinnen“, verkündete Routinier Kevin Kampl, der vor sieben (!) Jahren von der Werkself nach Leipzig gewechselt war. Die 20 Millionen Euro Ablöse haben sich für den 33-jährigen, der seitdem 248 Pflichtspiele bestritt, längst ausgezahlt. Auch weil Stamm-Sechser Amadou Haidara im vorderen Mittelfeld aushelfen musste, bestritt Kampl die ersten beiden Pflichtspiele im Pokal (4:1 in Essen) und beim Bundesliga-Start (1:0 gegen Bochum) jeweils über die volle Distanz.

Ob das auch am Samstag der Fall sein wird, ließ Rose bei der Pressekonferenz am Donnerstag offen. Er betonte aber hinsichtlich Haidara: „Wir sehen ihn auf Strecke als Sechser.“ Ob dies bereits in Leverkusen der Fall sein wird, hängt auch davon ab, wieviel Belastung und Verantwortung Rose seinem 19-jährigen Neuzugang Antonio Nusa zutraut. Der von Club Brügge verpflichtete Norweger hatte nach seinen Einwechslungen in Essen und gegen Bochum nicht nur jeweils als Torschütze brilliert, sondern das Angriffsspiel generell belebt. „Antonio hat uns zweimal gezeigt, dass wir ihn zurecht verpflichtet haben. Und mit jedem guten Spiel steigt die Option auf Startelf-Einsätze“, sagte Rose.

Simakan? Rose sagt nichts zu den Spekulationen

Dagegen wird der erst am Montag von Atletico Madrid ausgeliehene Belgier Arthur Vermeeren erst einmal herangeführt werden. Der erst 18-jährige defensive Mittelfeldspieler, für den RB eine Kaufoption über 20 Millionen Euro besitzt, hat mit seinen ersten Auftritten am Cottaweg seinen Trainer zumindest überrascht. „Er wirkt gar nicht so introvertiert, wie er angekündigt war“, sagte Rose und ist sich sicher, „dass wir auf Strecke einen tollen Spieler verpflichtet haben, der uns viel Spaß machen wird“. Über die jüngsten Transfergerüchte wollte sich Rose nicht äußern, weder über einen möglichen Abgang von Mohamed Simakan nach Saudi-Arabien noch über Spekulationen, der Franzose könnte durch den portugiesischen Jungstar Antonio Silva (20) von Benfica Lissabon ersetzt werden. Sollte Simakan auf den letzten Drücker noch gehen, wäre Lukas Klostermann als Vertreter des rot-gesperrten Kapitäns Willi Orban in der Innenverteidigung gesetzt.

Mit einem Gerücht räumte Rose allerdings klar auf: Publikumsliebling Yussuf Poulsen wird seine zwölfte Saison in Leipzig bestreiten, auch wenn sich der Däne auch in Leverkusen hinter Lois Openda und Benjamin Sesko mit einem Bankplatz begnügen muss.

Rose zur Auslosung: Lieber Hansi als Pep

Zunächst aber geht der Blick der Leipziger zur Auslosung für die Champions-League, für die die Leipziger zum sechsten Mal in Serie und zum siebten Mal in acht Jahren qualifiziert sind. „Ich würde mir Barcelona wünschen“, sagte Rose, „um Dani Olmo wiederzutreffen und Hansi Flick zu sehen.“ Klare Vorstellungen äußerte Rose auch, wem er gerne aus dem Weg gehen würde: „Es muss nicht wieder Pep und auch nicht Real Madrid sein.“ Gegen die Königlichen war man im Achtelfinale knapp und unglücklich gescheitert. Und Guardiolas Manchester City ist in den letzten Jahren zum Dauergegner geworden, sechs Mal traf man in den vergangenen drei Jahren aufeinander.

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