Youssoufa Moukoko verlässt Borussia Dortmund. Der 19-Jährige hat eine neue Herausforderung gefunden und läuft künftig für OGC Nizza auf.
Nach scharfer Berater-Kritik am BVB
Das Kapitel Borussia Dortmund ist für Youssoufa Moukoko zumindest vorerst beendet. In den vergangenen Wochen war ein Wechsel zu Marseille und zu Betis Sevilla gescheitert, doch jetzt hat der 19-Jährige einen neuen Verein gefunden. Er verlässt den BVB und wechselt zunächst leihweise zu OGC Nizza. Im Anschluss besitzt der französische Erstligist eine Kaufoption.
„Die Konkurrenz in unserer Offensive ist aktuell sehr groß. Für Youssoufa wäre es daher schwierig geworden, in den kommenden Monaten ausreichend Spielpraxis zu erhalten, um sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln“, wird BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl auf der Vereinswebsite zitiert. „Youssoufa ist ein besonderer Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs, der sehr an diesem Klub hängt und hier auch schon einige Erfolge feiern konnte. Wir glauben daran, dass ihm eine Veränderung und ein neues Umfeld jetzt guttun werden. Wir wünschen Youssoufa für die laufende Saison maximalen Erfolg und werden im engen Austausch mit ihm bleiben.“
Der Abgang des Mittelstürmers hatte sich spätestens nach den Aussagen seines Beraters Patrick Williams angedeutet. Dieser warf dem BVB vor: „Youssoufa wurde viel versprochen, bevor er unterschrieben hat, aber das wurde nicht umgesetzt.“ Bei seiner Vertragsverlängerung bis 2026 sei es Moukoko demnach vorrangig um Spielzeit gegangen. „Wenn es ums Geld gegangen wäre, hätte er andere lukrative Angebote annehmen können, bei denen er mehr als das Dreifache hätte verdienen können.“
Vier Startelf-Einsätze in der Bundesliga 2023/24
Auch in der vergangenen Saison wurde der U-21-Nationalspieler (13 Einsätze, zwölf Tore) allerdings hauptsächlich als Backup für Niclas Füllkrug eingesetzt. In 20 Bundesliga-Einsätzen kam er 16-mal von der Bank und erzielte fünf Tore (kicker-Notenschnitt: 3,79) – zu wenig für den Geschmack des Youngsters.
Die Folge: Nach acht Jahren in Schwarz-Gelb geht Moukoko erstmals ins Ausland. Als großes Talent war der damals erst Zwölfjährige 2016 vom FC St. Pauli in die Dortmunder Jugend gekommen, wo er anschließend mit beeindruckenden Torquoten für Aufsehen sorgte. In der U 17 gelangen ihm 47 Treffer in 25 Spielen, für die U 19 jubelte er in 63 Spielen sogar 94-mal.
Zahlreiche Rekorde im BVB- und DFB-Trikot
Diese Leistungen brachten ihm nicht nur die goldene Fritz-Walter-Medaille im U-19-Jahrgang 2023 ein, sondern sorgten auch dafür, dass er zahlreiche Rekorde brach. Mit 16 Jahren und einem Tag wurde er zum jüngsten Bundesliga-Profi, bei seinem Champions-League-Debüt war er gerade einmal 16 Jahre und 18 Tage – eine Marke, die auch Lamine Yamal nicht knacken konnte (16 Jahre, 68 Tage). Sein erstes Bundesliga-Tor gelang ihm mit 16 Jahren und 28 Tagen, so jung war ebenfalls niemand zuvor gewesen.
Das Debüt für die U-21-Nationalmannschaft, bei dem er gleich doppelt traf, folgte im Jahr 2021 mit 16 Jahren und 278 Tagen, womit er auch dort zum jüngsten Spieler und Torschützen avancierte. Etwas mehr als ein Jahr später nominierte ihn Hansi Flick für die WM in Katar, wo er mit seinem Kurzeinsatz gegen Japan (1:2) mit 18 Jahren und drei Tagen zum jüngsten deutschen Spieler bei einer WM avancierte.
Moukoko verpasst die 100-Spiele-Marke
Der endgültige Durchbruch zur Stammkraft beim BVB gelang ihm trotz aller Auszeichnungen und Rekorde allerdings nicht. Nach 99 Einsätzen und 18 Toren für die Profis, mit denen er 2020/21 den DFB-Pokal gewinnen konnte, wagt Moukoko nun einen neuen Anlauf in Nizza.

