Der Transfer von Odilon Kossounou von Bayer 04 zu Europa-League-Sieger Atalanta Bergamo ist in trockenen Tüchern. Der Double-Gewinner streicht 5,5 Millionen Euro als Leihgebühr ein. Die Italiener hingegen sicherten sich eine Kaufoption, so dass sie den Ivorer für 25 Millionen Euro Ablöse fest verpflichten können.
Ivorer verlässt Leverkusen nach drei Jahren
Dass Odilon Kossounou und nicht etwa Piero Hincapie oder Jonathan Tah der erste Leverkusener Verkaufskandidat ist, hatte der kicker berichtet. Jetzt ist der Abschied des Innenverteidigers, der 2021 für rund 23 Millionen Euro vom Club Brügge unter das Bayer-Kreuz gewechselt war, perfekt. Atalanta Bergamo, das Bayer 04 im Mai im Finale der Europa League 3:0 geschlagen hatte, sicherte sich die Dienste des ivorischen Afrika-Cup-Siegers von 2024 – vorerst für eine Saison.
Rolfes: „Odilons Wechsel ist für alle Beteiligten eine gute Lösung“
„Odilons Wechsel ist für alle Beteiligten eine gute Lösung“, kommentierte Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes den Transfer des zentral als auch außen einsetzbaren Abwehrspielers. „Wir wünschen ihm bei Atalanta eine erfolgreiche Saison.“ Der kicker hatte im Winter 2023 im Rahmen der Rangliste des deutschen Fußballs Kossounou noch zum stärksten Innenverteidiger der Bundesliga gekürt.
Aufgrund seines breit aufgestellten Profils stellt der Abgang des Rechtsfußes sportlich einen Verlust dar. Schließlich ist Kossounou schnell, zweikampfstark, aggressiv, körperlich extrem robust und verfügt auch über Fähigkeiten im Spiel nach vorne. Mit seiner Vielseitigkeit ein bemerkenswertes Gesamtpaket.
Da Bayer aber nach drei Einkäufen für etwa 43 Millionen Euro noch einen teuren Verkauf tätigen wollte, war der 23-Jährige der logische Kandidat. Hatte der Verteidiger doch die von Bayer vorgeschlagenen Vertragsgespräche über eine Verlängerung seines bis 2026 laufenden Kontraktes erstmal abgelehnt.
Kein unumstrittener Stammspieler mehr
So soll Kossounou mit der Rolle, die er in diesem Kalenderjahr bei Bayer 04 gespielt hat, nicht zufrieden gewesen sein. Nach seiner Teilnahme am Afrika-Cup hatte sich der inzwischen zum FC Bayern zurückgekehrte Josip Stanisic als rechter Innenverteidiger festgespielt. Kossounou war kein unumstrittener Stammspieler mehr, musste einige Partien auf der Ersatzbank beginnen. Auch in der Vorbereitung auf die gerade gestartete Saison hatte er im Kampf um die Plätze in der Startelf das Nachsehen hinter Jonathan Tah, Piero Hincapie und Edmond Tapsoba gehabt.
Demzufolge schmerzt sein Verkauf sportlich nicht ganz so stark wie er es beispielsweise nach der Hinrunde 2023/24 getan hätte. Andererseits hätte Bayer für den Profi wohl eine höhere Ablöse erzielen können, hätte dieser sein Niveau der Hinrunde gehalten.
So kassierte Kossounou nicht nur im DFB-Pokal-Finale gegen Kaiserslautern (1:0) vor der Pause die Gelb-Rote Karte, sondern erwischte vor allem beim Leverkusener 1:1 im Europa-League-Viertelfinale bei West Ham United einen rabenschwarzen Tag (kicker-Note 6), womit er seinen Marktwert vor den Augen aller Premier-League-Klubs deutlich reduzierte.
Keine einsatzabhängige Kaufpflicht
Jetzt dürften am Ende insgesamt „nur“ 30 Millionen Euro fließen. Vorausgesetzt, die Italiener ziehen die Kaufoption über 25 Millionen Euro, die anders als zuerst berichtet keine einsatzabhängige Kaufpflicht darstellt.
Nach Kossounous Abgang war klar, dass Bayer einen hochkarätigen Ersatz für die Dreierabwehrkette verpflichten muss. Dieser wird Nordi Mukiele (26) von Paris St. Germain sein. Mit PSG und dem ehemaligen Leipziger hatte Bayer 04 am Dienstag ebenso eine grundsätzliche Einigung erzielt wie umgekehrt mit Atalanta bezüglich Kossounou.

