„Kein Top-Top-Auftritt, aber ein sehr guter erster“

Gute Ansätze und einigen Raum für Verbesserungen: Das erste Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund unter Nuri Sahin bot beide, fanden Sportdirektor Sebastian Kehl und Keeper Gregor Kobel.

Kobel und Kehl ordnen Dortmunds Sieg ein

46 Sekunden waren es zwischen den zwei Schlüsselszenen des Spiels: Auf der einen Seite vergab Frankfurts Fares Chaibi aus Nahdistanz die Führung für sein Team, fast im Gegenzug wackelte Jamie Gittens seinen Gegenspieler Rasmus Kristensen mit zwei Übersteigern aus und traf zur letztlich vorentscheidenden Führung. Am Ende stand ein Sieg zum Bundesliga-Auftakt und zum Heimspiel-Debüt von Nuri Sahin als Chef-Trainer, der Zuversicht und den Bedarf an Verbesserung gleichermaßen bestätigte.

Kobel sieht Luft nach oben

„Es war noch kein überragender oder ein Top-Top-Auftritt, aber ein sehr guter erster Auftritt“, befand Keeper Gregor Kobel: „So kann man auf jeden Fall in die Saison starten kann, das gibt sehr viel Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.“ Der Schweizer sah „viel Gutes, auf das man aufbauen kann“, aber eben auch „ein paar Sachen, an denen wir natürlich noch arbeiten müssen“.

Vor allem die ersten 30 Minuten legten Zweiteres offen. Dortmund tat sich mit den mutig attackierenden Frankfurtern im Spielaufbau schwer, fand auch wegen Ungenauigkeiten selten die Räume durch die erste Pressinglinie und in die gegnerische Hälfte. „Man hat gemerkt, dass es noch nicht so rund war. Frankfurt hat viel Druck gemacht, wir haben ein paar Bälle verloren“, sah Kobel.

„Mehr Torchancen rauszuspielen, im letzten Drittel dominanter zu werden, das werden Dinge sein, an denen wir arbeiten müssen.“ (Sebastian Kehl)

Dann aber wuchs die Sicherheit, der Gegner wurde weiter in seine Hälfte gedrückt. „Wir haben das Spiel immer mehr kontrolliert, immer mehr an uns gezogen, dann auch die Dominanz gehabt und den Gegner immer wieder tief gestellt“, analysierte Sebastian Kehl. Aus dem vielen Ballbesitz, am Ende waren es satte 70 Prozent, entwickelte der BVB aus dem Positionsspiel aber zu wenig gefährliche Strafraumszenen. Das, glaubt der Sportdirektor, ist der nächste Schritt der Entwicklung: „Noch mehr Torchancen rauszuspielen, auch im letzten Drittel noch dominanter zu werden, das werden Dinge sein, an denen wir arbeiten müssen.“

Kehl weiß: Für den Prozess braucht es Geduld

„Ein Prozess“, wie nicht nur Kehl betont: „Wir haben immer um Geduld gebeten, das war das erste Bundesligaspiel.“ Gerade einmal rund drei Wochen hat Sahin bisher mit seinem kompletten Kader trainieren können, dafür sehen die Ansätze bereits vielversprechend aus. Die Gewöhnung an die neuen Ideen werde „noch ein bisschen anhalten“, glaubt Kehl: „Aber wir sind auf einem guten Weg und dem werden wir weitergehen.“

Auch in die letzte Woche des Transferfensters kann der Sportdirektor entspannt gehen. Die wichtigsten Baustellen sind abgearbeitet, dennoch könnte sich noch etwas tun – auf beiden Seiten. „Wir haben ja noch ein paar Tage“, sagt Kehl: „Da haben wir sicherlich auch noch Dinge zu diskutieren.“ Ein paar „Gedankenbewegungen“ würden sicher stattfinden – und womöglich auch noch mehr: „Ob es dann am Ende zu Bewegungen kommt, werden wir sehen. Aber ich glaube, es wird sich noch was tun.“

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