Ko Itakura ist in Gladbach geblieben, kein Neuer für die Defensive gekommen. Borussias Sport-Geschäftsführer Roland Virkus hat sich in Bochum zu den Entscheidungen geäußert.
„Keine Hauruck-Aktion“ kurz vor Transferschluss
Ko Itakura präsentierte sich in Bochum als umsichtiger Abwehrchef. Aufmerksam, zweikampfstark, sicher im Aufbauspiel. Die Unruhe um einen möglichen Wechsel zur PSV Eindhoven, dem die Borussen kurz vor Transferschluss einen Riegel vorgeschoben hatten – ohne Auswirkung auf Itakuras Leistung am Samstag. Auf den Japaner war bei Gladbachs 2:0-Sieg direkt wieder Verlass.
„Es war eine ganz klare Geschichte. Ko wusste, dass wir ihn nicht abgeben wollen. Er ist ein Pfeiler unserer Mannschaft“, erklärte Roland Virkus nach dem Abpfiff. Eindhoven, so war zu hören, hatte gegen Ende der Transferperiode noch einmal einen Angriff auf den Innenverteidiger gestartet und die Offerte für den Nationalspieler weiter erhöht, angeblich über 15 Millionen Euro hinaus.
„Es waren sehr lukrative Angebote von Eindhoven.“ (Roland Virkus)
„Es waren sehr lukrative Angebote von Eindhoven“, räumte Borussias Sport-Geschäftsführer ein. „Aber wir müssen nicht auf Teufel komm raus verkaufen. Ko war fest eingeplant, deshalb fiel unsere Entscheidung so aus. Damit hat Ko auch überhaupt kein Problem. Man muss es erklären, das haben wir gemacht. Für uns war klar, dass er auf jeden Fall bleibt.“
In der Abwehr wirkt der Kader arg auf Kante genäht
Kein weiterer Innenverteidiger weg nach den Abschieden von Tony Jantschke (Karriereende) und Maximilian Wöber (Leihende, zurück zu Leeds United) – aber auch kein Neuer dazu. In der Abwehr wirkt der Kader arg auf Kante genäht. Ein flexibler Linksfuß, der sowohl innen als auch auf der Linksverteidigerposition spielen kann, hätte gutgetan.
Doch die Borussen wollen den jungen Fabio Chiarodia weiter nach vorne bringen und ihm mehr Spielzeit gewähren. Dann kam der Transfer von Manu Koné (Ablöse: 20 Millionen Euro) am Freitagabend erst spät zustande. Und nicht zuletzt fielen interessante Optionen – Bochums Bernardo laboriert seit einiger Zeit an einer Knieverletzung, der FC Kopenhagen wollte Kevin Diks nicht verkaufen – weg. So geht Gladbach ohne neuen Input für die Abwehr in die nächsten Monate.
„Zunächst einmal: Der Klub ist mit den drei Verpflichtungen in Vorleistung gegangen. Wir sind immer noch in einer Phase der Konsolidierung, das darf man nicht vergessen“, sagte Virkus mit Blick auf die Ausgaben für Tim Kleindienst, Philipp Sander und Kevin Stöger und erklärte weiter: „Zum anderen bin ich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir einen hervorragenden Kader haben. Wenn man etwas macht, dann muss es den Kader nicht nur in der Breite, sondern in der Spitze verbessern. Wenn du dieses Gefühl aber nicht hast, dann machst du auch keine Hauruck-Aktion.“
Man habe „absolutes Vertrauen in die Jungs“, betonte der Sportchef, „und in Bochum hat sich gezeigt, warum das gerechtfertigt ist. Beide Innenverteidiger und auch die beiden Außenverteidiger haben sehr gut gespielt.“

