Union Berlin ist nach drei Pflichtspielen noch unbesiegt, aber überzeugende Auftritte sehen anders aus. Zudem brachte der späte Gosens-Transfer viel Unruhe rein und wird finanziell zu einem Verlustgeschäft.
Hollerbach über die Berliner Baustellen: „Die Liste ist lang“
Auf der Habenseite stehen erstmal vier Punkte, 2:1 Tore und der Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals. In den Pflichtspielen ist Union Berlin unter Trainer Bo Svensson noch ungeschlagen. Das liest sich alles erstmal nicht verkehrt. Allerdings ist die ganze Wahrheit, dass die Eisernen bisher kaum überzeugt haben und die guten Ansätze von spielerischen Lösungen und dem höheren Pressing aus der Vorbereitung bis dato eher wenig bis gar nicht zum Vorschein gekommen sind.
Immerhin gingen die Verantwortlichen mit sich selbst hart ins Gericht. So betonte Benedict Hollerbach nach dem 1:0-Erfolg gegen Aufsteiger St. Pauli: „Es gibt noch einige Baustellen. Wir müssen uns mehr Torchancen kreieren, mit dem Ball mehr Mut haben, weniger Ballverluste haben, effektiver pressen. Die Liste ist lang. Deswegen müssen wir hart an uns arbeiten.“ Einer ähnlichen Meinung war auch Trainer Bo Svensson, der kritisch analysierte: „Wir sind das Spiel nicht so angegangen, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir waren sehr zögerlich, haben mit Angst gespielt. So habe ich die Mannschaft die ganze Woche nicht erlebt.“
Gosens: Großes Verlustgeschäft für Union
Was vielleicht auch zum Teil damit zusammenhängt, dass die Spieler vier Stunden vor dem Anpfiff von dem Wechsel von Robin Gosens zur AC Florenz erfahren haben. Der 30-Jährige schließt sich erstmal für ein Jahr auf Leihbasis dem Serie-A-Klub an. Union bekommt dafür nach kicker-Informationen eine Leihgebühr von 750.000 Euro. Zudem wurde eine Kaufpflicht über 7,5 Millionen Euro vereinbart, wenn der linke Außenverteidiger 60 Prozent der Spiele absolviert. Die Ablöse kann durch bestimmte Boni noch auf 8 Millionen Euro ansteigen. Was so oder so ein ordentliches Verlustgeschäft für Union darstellt, da die Eisernen Gosens vor einem Jahr für eine Sockelablöse von 13 Millionen Euro von Inter Mailand verpflichtet hatten.
„Am Ende macht es keinen Sinn für uns, einen Spieler hier zu behalten, der nicht richtig bei der Sache ist. Wir sind davon überzeugt, dass wir Spieler brauchen, die voll und ganz alles für Union geben“, erklärte Sportchef Horst Heldt und führte weiter aus: „Damit ein Spieler alles geben kann für Union, müssen sich auch alle im Umfeld mit der Sache identifizieren. Wenn das nicht der Fall ist, dann macht es keinen Sinn.“ Für Gosens stand gegen St. Pauli dann Neuzugang Tom Rothe in der Startelf, der einen ordentlichen Auftritt zeigte und sich nun bei Union Berlin weiter entwickeln soll.

