Eintracht holt Dahoud – Mehr als eine Notlösung?

Die Verletzung von Oscar Höjlund (Mittelfußbruch) erhöhte den Handlungsdruck, noch einen Mittelfeldspieler zu verpflichten. Am Deadline Day holte die Eintracht überraschend den in der Bundesliga bestens bekannten Mahmoud Dahoud von Brighton & Hove Albion. Ist der 28-Jährige nach zwei verkorksten Jahren mehr als eine Notlösung?

Viel Erfahrung, wenig Spielpraxis – Unterschrift bis 2027

Es war zu erwarten, dass die Eintracht ohne weitere Verkäufe auf keine teure Lösung im Mittelfeld setzen wird. Selbst in einer Bankenstadt wie Frankfurt wächst Geld nicht auf Bäumen. Nun kommt also Mo Dahoud, der in der Bundesliga für Gladbach, Dortmund und Stuttgart insgesamt 175 Spiele absolvierte. Zudem stand er 30-mal in der Champions League und 15-mal in der Europa League auf dem Feld. Der Mittelfeldstratege verzichtet seinerseits auf Gehalt, kostet keine Ablöse und unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

„Mit Mo Dahoud konnten wir einen erfahrenen Spieler verpflichten, der die Bundesliga bestens kennt und sich zudem in einem guten Fußballeralter befindet“, wird SGE-Sportdirektor Timmo Hardung in der Pressemitteilung zitiert.

Dahoud kam an Karazor und Stiller nicht vorbei

Hinter Dahoud liegt sportlich keine einfache Zeit. In der vergangenen Rückrunde spielte er auf Leihbasis beim VfB Stuttgart, wo er allerdings nur einmal in der Startelf stand und häufig nur wenige Minuten als Joker bekam. An Atakan Karazor und Angelo Stiller kam er in der eingespielten Stuttgarter Mannschaft nicht vorbei, was objektiv betrachtet aber auch nicht anders zu erwarten war.

Erst im vergangenen Sommer war er nach seinem Vertragsende in Dortmund in die Premier League zu Brighton & Hove Albion gewechselt. Dort kam er zunächst noch regelmäßig zum Einsatz, stand zwischen Ende November und Ende Januar aber nur noch einmal auf dem Feld. Der Anfang vom Ende ging mit einer Rotsperre einher, die ihn drei Spiele kostete. Dahoud kommt also ohne viel Spielpraxis an den Main. Brightons neuer Trainer Fabian Hürzeler hatte für ihn offenbar keine Verwendung mehr, in keinem der drei bisher absolvierten Pflichtspiele stand Dahoud im Kader.

Aktuelles Leistungsvermögen nicht seriös einzuschätzen

Auch in seiner letzten Saison in Dortmund (2022/23) spielte er wenig, nach einer Operation an der Schulter fiel er monatelang aus. Schon in den Spielzeiten zuvor warfen ihn zahlreiche kleinere und größere Verletzungen immer wieder zurück. Das aktuelle Leistungsvermögen des Syrers lässt sich nicht seriös einschätzen.

Ob Dahoud mehr ist als eine Notlösung, wird sich erst im Laufe der Hinrunde zeigen. Entscheidend ist die Frage, ob er in Frankfurt noch einmal zu alter Stärke zurückfindet und an frühere Leistungen anknüpfen kann. Dann wäre er mit seiner starken Technik, seinem hohen Spielverständnis und seinen Qualitäten im Umschaltspiel sehr wahrscheinlich ein Gewinn. Durch die vielen englischen Wochen wird er sicher auf seine Einsätze kommen.

Mit 28 Jahren ist Dahoud nicht zu alt, um noch einmal eine Blütezeit zu erleben. „Ich freue mich, jetzt bei der Eintracht zu sein. Ich werde Spielfreude, Teamgeist und Leidenschaft zeigen, ich will immer gewinnen“, erklärte der Neuzugang.

Ein Spielertyp wie Sebastian Rode fehlt im Mittelfeld allerdings weiterhin. Der Ex-Kapitän, der seine Karriere beendete, konnte Mitspieler und Fans mit seiner kämpferischen Spielweise mitreißen. In vielen Spielen der vergangenen Saison wurde der dauerverletzte Rode schmerzlich vermisst. Ausgerechnet der nun verletzte Oscar Höjlund (Mittelfußbruch) gilt als starker Balleroberer. „Die Verletzung ist total bitter für Oscar, der sich sehr schnell integriert hat und fast den Weg von Hugo Larsson eingeschlagen hätte. Er war sehr nach dran an der ersten Elf“, sagt Trainer Dino Toppmöller. Nun ist Geduld gefragt.

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