Jonathan Tah (28) wird nicht von Bayer Leverkusen nach München wechseln. Auch wenn der FC Bayern nochmal nachgefragt hat.
Bayern fragte nochmal bei Bayer nach
Eigentlich wollte Max Eberl am Freitagmorgen gar nicht so viel sagen, und zu Beginn der Pressekonferenz an der Säbener Straße war der Sportvorstand des FC Bayern auch auf einem richtig guten Weg. „Solange der Transfermarkt offen ist, kann immer was passieren“, antwortete der Niederbayer auf die erste Frage am berüchtigten „Deadline Day“, doch verriet schon bei der ersten Nachfrage, dass der FC Bayern zwar Gabriel Vidovic noch an Mainz verleihen könnte, selbst aber keinen Spieler mehr dazu holen wird.
Das schließt demnach auch Jonathan Tah ein, der trotz wochenlangem – öffentlichem – Hickhack wohl bei Bayer Leverkusen bleiben und garantiert nicht mehr nach München wechseln wird – wie es der kicker bereits vor Wochen berichtet hatte.
„Das ist gefundenes Fressen, das weiß ich“
„Die Mär über Jonathan Tah“, setzte Eberl also bei Frage drei an und holte ordentlich aus. „Es wurde viel geschrieben …“ Und viel gesprochen. Erst vor etwa zwei Wochen hatte sich Bayers Geschäftsführer Fernando Carro zu einer diffamierenden Aussage in Richtung des Münchner Sportvorstandes („Ich halte von Max Eberl nichts, absolut nichts“) hinreißen lassen und sich später entschuldigt, am Donnerstag dann ließ sich Tahs Berater Pini Zahavi in der Bild zitieren.
Und Eberl? Der hatte sich eigentlich geschworen, „mich nicht zu erklären“, aber „wenn du dauernd gefühlt durch den Kakao gezogen wirst; wenn du dauernd in ein Licht gerückt wirst …“ Dann wollte er an diesem Freitag also doch ein paar Dinge aus seiner Sicht darstellen: „Leverkusen hat uns vor dreieinhalb Wochen eine Deadline gesetzt und gesagt: ‚Bis dahin müsst ihr diese Summe zahlen!‘ Ich habe Simon Rolfes schriftlich gesagt: ‚Simon, danke für die Deadline, danke für den Betrag, den du uns genannt hast. Wir können beides nicht erfüllen, und damit sind die Verhandlungen beendet.‘ Das war vor dreieinhalb Wochen, und das ist die wahre Geschichte, die hinter diesem Transfer steht.“
Wahr ist jedoch auch, dass die Bayern in den vergangenen Tagen doch nochmal in Leverkusen anklopften und nachfragten, „falls wir einen Verkauf hätten und nochmal Geld zur Verfügung hätten, ob wir es dann tun könnten“, wie Eberl erklärte. Die Antwort lautete nein. „Und dann ist das auch in Ordnung, dann geht da keiner als Verlierer raus – normal, wenn man es hinter verschlossenen Türen macht. Es ist ganz sauber, und so sind jetzt alle Parteien in der Öffentlichkeit und erklären sich … Das ist gefundenes Fressen, das weiß ich. Mir war es ein Bedürfnis, das ganz simpel zu sagen.“

