RB Leipzig muss nicht nur in Leverkusen auf seinen gesperrten Kapitän Willi Orban verzichten. Marco Rose nannte schon nach dem Bochum-Spiel Alternativen.
Wer ersetzt Leipzigs Kapitän?
Im 204. Bundesliga-Spiel ist Willi Orban als erster Leipziger Profi zum dritten Mal vom Platz geflogen – zum zweiten Mal mit glatt Rot, zum ersten Mal seit Oktober 2017. Beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Bochum am Samstag foulte der Kapitän Gäste-Joker Myron Boadu in der 86. Minute vor dem Strafraum. In Unterzahl brachte RB den 1:0-Sieg zwar über die Zeit, muss nun aber erst einmal auf seinen Abwehrchef verzichten.
Das DFB-Sportgericht sperrte Orban am Dienstag wegen der Notbremse für zwei Spiele. Damit verpasst der 31-Jährige nicht nur das schwere Auswärtsspiel bei Double-Sieger Bayer 04 Leverkusen am kommenden Samstag (18.30 Uhr), sondern auch nach der Länderspielpause das Heimspiel gegen Union Berlin (14. September, 15.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker).
Marco Rose hatte gehofft, dass Orban – wie nach seiner bisher einzigen Roten Karte 2017 gegen den FC Bayern (0:2) – mit nur einem Spiel Sperre davonkommt. „Wenn ich mir alle Zeitlupen noch mal angucke, habe ich tatsächlich das Gefühl, Willi hat ein bisschen den Ball berührt“, hatte der Trainer nach dem Bochum-Spiel erklärt. Den Platzverweis wollte er damit nicht infrage stellen, es gehe ihm aber „ein wenig ums Strafmaß“.
„Willi musste sich mehr oder weniger opfern“
In der Entstehung der Roten Karte hatte David Raum einen Fehlpass und der VfL direkt steil in die Spitze gespielt. „Du machst das Spiel ein bisschen breit, kriegst Druck, kannst eigentlich dreimal andere Lösungen finden, suchst dann aber die, die am meisten in Druck reinführt, und bist dann nicht aufmerksam genug“, haderte Rose. „Dann kannst du schon mal Probleme kriegen. Das haben wir heute oft hervorragend verteidigt, aber in der Situation musste sich Willi mehr oder weniger opfern.“
Orban sei zwar mit seiner Ruhe und als Typ „ein wichtiger Faktor“, sein monatelanger Ausfall wegen eines Außenbandrisses im Knie aber schon in der Vorsaison „lange und gut“ kompensiert worden, so Rose. „Wir haben gute Jungs“, betonte der Trainer und nannte Lukas Klostermann, Mohamed Simakan, Castello Lukeba und El Chadaille Bitshiabu, der gegen Bochum zwar „nicht im Kader war, aber wieder gesund ist“.

