Fünf Spieler von Borussia Dortmund stehen im aktuellen DFB-Kader. Julian Brandt und Niklas Süle könnten bald noch dazustoßen. Ihr Trainer Nuri Sahin ist dahingehend zuversichtlich – und freut sich auf Werder.
Vorfreude aufs Wiedersehen mit Werder, Couto fehlt dem BVB
Als der DFB am Donnerstagmorgen um 10 Uhr den Kader für die bevorstehenden Nations-League-Spiele gegen Ungarn und in den Niederlande veröffentlichte, da tauchten gleich fünf Spieler von Borussia Dortmund auf der Namensliste auf: Dank Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Emre Can, Pascal Groß und Maximilian Beier stellt der BVB neben dem VfB Stuttgart (ebenfalls fünf Nominierte) den stärksten Block – und er hätte sogar noch größer ausfallen können, zeigten Julian Brandt und der zu alter Form zurückgefundene Niklas Süle zuletzt doch ansprechende Leistungen.
Sahin musste das fehlende Duo „nicht in den Arm nehmen“
„Ich bin glücklich, dass wir fünf Jungs dabei haben, das ist für uns eine Bestätigung und auch wichtig. Ich hätte natürlich gerne gesehen, dass Jule und Niki auch dabei sind, aber das ist die Entscheidung des Bundestrainers“, sagte BVB-Trainer Nuri Sahin und drückte seine Zuversicht darüber aus, dass auch Brandt und Süle in Zukunft wieder das deutsche Trikot tragen könnten: „Ich weiß, dass der Weg in die Nationalmannschaft nur über den Verein führt. Ich bin sehr zufrieden mit den beiden, sie machen ihre Sache extrem gut. Wenn sie auf diesem hohen Niveau abliefern, dann werden sie in den Kreis zurückkehren. Denn auch Nagelsmann möchte Qualität in seiner Mannschaft haben.“
Besonderen Trost benötigte das Duo, das im Sommer bereits die Heim-EM verpasst hatte, laut Sahins Aussagen nicht. „Ich musste sie nicht in den Arm nehmen“, sagte der 35-Jährige. „Sie wissen, was sie liefern müssen.“ Beständige Leistungen im Klub etwa – zum Beispiel am Samstag im nächsten Liga-Spiel bei Werder Bremen.
Rückblick auf zwei Werder-Jahre
Für den Dortmunder Trainer ist es eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte, spielte er doch als aktiver Profi selbst zwei Jahre an der Weser. Im Rückblick bezeichnete der frühere Mittelfeldspieler die Zeit in Bremen als „zwei tolle Jahre“. Privat, weil seine Familie dort gute Freundschaften schloss. Aber auch sportlich, vor allem in der ersten gemeinsamen Saison: „Da lief es sportlich top. Für mich wie für den Verein. Ich habe noch sehr viele Kontakte nach Bremen. Da sind echt coole Jungs. Ich freue mich, sie wiederzusehen.“
Auf dem Platz allerdings rechnet der BVB-Trainer mit harter Gegenwehr einer Mannschaft, die „sehr eingespielt ist und klare Abläufe hat“. Daran wiederum arbeitet er selbst mit seiner Mannschaft noch – logisch nach einer bislang noch recht kurzen Phase der Zusammenarbeit. Da hilft es, dass die personelle Lage derzeit vergleichsweise entspannt ist. Einzig Yan Couto fällt aufgrund einer kleineren Blessur kurzfristig aus. Der Brasilianer wird deshalb auch nicht zur Nationalmannschaft reisen, soll aber nach der Länderspielpause gegen Heidenheim im Idealfall wieder zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für Serhou Guirassy, der in den kommenden zwei Wochen weiter aufgebaut werden soll.
Gute Wünsche für Moukoko und Özcan
Fehlen werden am Samstag logischerweise auch die zuletzt bereits nicht berücksichtigen Youssoufa Moukoko und Salih Özcan, die den BVB am Mittwoch auf Leihbasis verließen: Moukoko geht künftig für Nizza auf Torejagd, Özcan soll in Wolfsburg für Stabilität sorgen. „Ich habe Salih alles Gute gewünscht, er hat sich immer einwandfrei verhalten“, sagte Sahin und schickte auch Moukoko noch freundliche Worte hinterher: „Bei Mouki ist es das Gleiche. Er muss lachen, er muss spielen, er muss Toreschießen. Ich wünsche auch ihm alles Gute.“
Auf der Zugangsseite sei es derweil „nicht sehr wahrscheinlich“, dass noch etwas passiere am letzten Tag der Transferphase. Gänzlich ausschließen wollte Sahin allerdings nichts, zumal er andeutete, dass auf der linken Seite ein weiterer Zugang nicht schaden könne. Auch wenn er betonte: „Auf dem Papier sieht es auf der Linksverteidiger- und der Innenverteidiger-Position ein bisschen dünn aus, aber wir haben viele Variationen mit denen wir das lösen können. Aber schauen wir mal, was noch passiert.“
Spannender Abend für Sahin und den BVB
Für zusätzliche Spannung am Deadline-Day sorgt zudem die Champions-League-Auslosung am Abend, auf die Sahin mit besonderen Gefühlen blickt: „Ich freue mich extrem. Es ist cool, die Vorfreude, die ich als Spieler hatte, jetzt als Trainer erleben zu dürfen“, sagte der BVB-Trainer, der seinem Sohn am Abend zuvor erst einmal die Aufteilung der Töpfe erklären musste: „Er dachte, wir spielen gegen alle Teams aus Topf 1 und hatte deshalb gestern schlechte Laune.“
Auch zwei Wunschlose ließ sich Sahin vorab entlocken – wenig überraschend nannte er seine Ex-Klubs Real Madrid und FC Liverpool. Das wäre „schon cool“.

