Der Start in die Bundesliga ging für den FC St. Pauli mit einem 0:2 gegen Heidenheim daneben, Trainer Alexander Blessin aber zieht Zuversicht aus weiten Teilen des sonntäglichen Auftritts. Personelle Veränderungen strebt der Trainer in der letzten Woche des Sommer-Transferfensters dennoch an.
Kommt St. Paulis Aufstiegsheld doch zurück?
„Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht die Augen und Ohren offenhalten würden“, sagt der Coach. Vor allem für das zentrale Mittelfeld sucht der Aufsteiger noch. Und hat die Hoffnung auf einen Aufstiegs-Helden noch immer nicht ganz aufgegeben. Im vergangenen Halbjahr hatte Andreas Bornemann Aljoscha Kemlein vom 1. FC Union ausgeliehen und damit einen Volltreffer gelandet.
Sowohl der Sportchef als auch noch Ex-Trainer Fabian Hürzeler hatten erklärt, dass sie den Berliner gern noch ein weiteres Mal ausleihen würden, insbesondere Union-Präsident Dirk Zingler aber hatte sich für einen Verbleib des Eigengewächses in Berlin ausgesprochen. Beim Ligastart in Mainz (1:1) blieb Kemlein jedoch ohne Einsatz, in der Woche zuvor beim Pokalerfolg in Greifswald (1:0) kam er erst in der Nachspielzeit.
Ist die mangelnde Einsatzzeit des 20-Jährigen bei seinem Klub nun womöglich die Chance der Hamburger? „Ich habe die Partien in der Rückrunde gesehen, er hat da 17 Spiele gemacht“, sagt Blessin und unterstreicht: „Aljoscha ist auf jeden Fall ein interessanter Spieler.“ St. Pauis Trainer nennt aber auch den bisherigen Knackpunkt: „Der Präsident will ihn ja nicht verkaufen.“ Deshalb will Blessin nicht ausschließlich in Richtung Kemlein denken, sagt ganz grundsätzlich: „Wir sind guter Dinge, das kann ich klar sagen.“
Auch Abgänge könnte es noch geben
Kaderbewegungen könnte es auf St. Pauli auch in die andere Richtung geben. Gegen Heidenheim waren unter anderem Scott Banks und Erik Ahlstrand nicht im Aufgebot. Der Schotte Banks, im Sommer trotz wenig Spielpraxis wegen des vor einem Jahr erlittenen Kreuzbandrisses fest verpflichtet, gehört nicht zu den Wechselkandidaten („Mit Scotty bin ich grundsätzlich hochzufrieden. Er wird den Schritt machen und Einsatzzeit bekommen“), bei Ahlstrand hingegen könnte ein Leihgeschäft Sinn ergeben.
Der 22-jährige Schwede kam im Januar von Halmstads BK, versehen mit der von Ex-Coach Hürzeler geäußerten Hoffnung, „dass er uns sofort hilft“. Auch verletzungsbedingt ist Ahlstrand bislang ohne Einsatz und Blessin sagt: „Ich kann ihm nichts vorwerfen, außer dass er manchmal noch die Handbremse anzieht nach seiner Verletzung.“ Einsätze im Regionalligateam sind eine Möglichkeit für den einfachen A-Nationalspieler, eine Leihe eine andere. „Erik braucht Spielpraxis“, verdeutlicht Blessin, „und dafür wird es sicher bald eine Lösung geben.“

