100 Tage Geschäftsführer Ricken: „Lars, entscheide du!“

Am 1. Mai trat Lars Ricken als Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund an. Nun zieht er in einer Talk-Runde eine erste Zwischenbilanz, spricht über seinen Stil, Transfers und Youssufa Moukoko.

Dortmunds Sport-Boss über seine Anfangszeit und Moukoko

Dieses eine Mal muss Lars Ricken die Hände doch die vors Gesicht schlagen. Auf den Bildschirmen um ihm herum läuft ein rund 30 Jahre alter Werbespot, der sich aber ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat. Der junge Ricke steht im Westfalenstadion und kritisiert für einen großen US-amerikanischen Sportkonzern den Fußball. Er schließt mit den ikonischen Worten: „Ich sehe Typen in Nadelstreifen, ich sehe Geschäftemacherei ohne Ende.“

Ricken nimmt es rückblickend locker. „Ein Stück Werbegeschichte“ sei das immerhin, sagt er am Dienstagabend in der kurzweiligen Talkrunde von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2: „Der Spot ist heutzutage nicht mehr denkbar. Damals kam keiner auf die Idee zu sagen, dass es vielleicht nicht ganz so glücklich ist, was ich gesagt habe.“ Und er verrät lachend, dass ihn eine Passage in der neuen Saison wohl wieder einholen könne. „Unser neuer Klub-Anzug wird mit Nadelstreifen sein. Ja, viel Spaß.“

„Ich hatte im NLZ die strategische, personelle und finanzielle Verantwortung und eigentlich ist das auch meine Jobbeschreibung für den Profibereich.“ (Lars Ricken)

Etwas über 100 Tage ist Ricken nun Sport-Geschäftsführer bei Borussia Dortmund, in „19:09 – der schwarz-gelbe Talk“ berichtete er über die Anfangsphase. Die Parallelen zu seiner vorherigen Position als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums seien groß. „Das fängt bei der Kaderplanung an, Teams aufzubauen in unterschiedlichen Bereichen, im medizinischen Bereich, im athletischen Bereich, im Scouting-Bereich, Trainer-Teams zusammenstellen, Spieler verpflichten, die ganzen Vertragsgespräche übernehmen“, zählt er auf: „Ich hatte im NLZ die strategische, personelle und finanzielle Verantwortung und eigentlich ist das auch meine Jobbeschreibung für den Profibereich.“

Teamplayer, Macher, Entscheider, Mensch? „Alles“

Nun aber natürlich mit ganz anderer Reich- und Tragweite, nicht nur weil die meisten Auswärtsspiele nicht mehr mit einer kurzen Autofahrt erreicht werden können. Da warten Aufsichtsratssitzungen, Wirtschaftsratssitzungen, Beiratsratssitzungen oder die Elefantenrunde der Dortmunder sportlich Verantwortlichen, alles mit einer viel größeren Öffentlichkeits-Wirksamkeit als zuvor. Einen Satz, verrät Ricken, habe er bisher vom Geschäftsführungs-Vorsitzenden Hans-Joachim Watzke am häufigsten gehört: „Lars, entscheide du.“

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Dafür aber bleibt Ricken seiner Art treu. Wie er sich selbe sehe, als Teamplayer, Macher, Entscheider, Mensch? „Alles“, antwortet er, eins aber vor besonders: „Ich glaube schon, dass auch als Auswahlkriterium wichtig war, wirklich Teamplayer zu sein. Ich habe mich auch als Spieler immer so definiert.“ Und deswegen führt er für seine Entscheidungen viele Gespräche: „Ich will sie nicht aus dem Bauch treffen. Wir haben viele starken Meinungen im Verein, auf deren Grundlage ich sie treffe.“

Denn „meine Aufgabe wird am Ende als gut bewertet, wenn meine Mitarbeiter die besten Mitarbeiter sind, die sie sein können.“ Und das ginge nur „mit Kooperation und Kommunikation“, durch Zuhören und Umsetzen: „Man würde an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn man meinte, alles besser zu wissen.“

Das gilt auch für die bisherige Transferperiode, mit der er sich sehr zufrieden zeigt. Die Verpflichtungen von Waldemar Anton, Serhou Guirassy und Pascal Groß hätten in der ersten Phase Profis gebracht, die „sofort spielfähig“ sind, „sie bringen Qualität, Erfahrung und Führung“. Es folgten Maximilian Beier und Yan Couto: „In der zweiten Phase wollten wir junge Spieler verpflichten.“

Ricken zu Moukoko: „Natürlich nicht ganz optimal gelaufen“

Zusätzlich wird die angestrebte Verjüngung des Kaders durch die eingebauten NLZ-Spieler Kjell Wätjen, Cole Campbell, Filippo Mané und Almugera Kabar erreicht werden. Dass so viel in nur einer Transferperiode umgesetzt wurde, gab sogar Lob vom externen Berater. „Matthias Sammer hat uns ein Kompliment ausgesprochen“, verrät Ricken: „Bei der letzten Runde hat er ganz leise gesprochen, was ein Zeichen dafür ist, dass er die Transfers sehr wohlwollend sieht.“ Sein ehemaliger Mitspieler und Zimmer-Genosse sei schließlich „nicht dafür bekannt, dass er mit seiner Meinung hinterm Berg hält. Das kann sehr emotional werden“.

Auf der Zugangsseite sind die Planungen voraussichtlich abgeschlossen, auch wenn der 48-Jährige „nichts ausschließen“ möchte. Bei Salih Özcan, Soumaila Coulibaly und vielleicht auch Sebastien Haller könnte aber noch ein Abgang bevorstehen, auch wenn Ricken zur Vorsicht mahnt: „Wir haben die Spieler alle verpflichtet und sie haben es verdient, dass wir vernünftig mit ihnen umgehen.“ Bei Unzufriedenheit müsse man sich in die Augen schauen und eine Lösung finden.

So wie es bei Youssoufa Moukoko passieren wird. Der Stürmer steht vor einer Leihe nach Nizza, für Ricken ist der 19-Jährige ein „besonderes Thema“, denn er selbst verpflichtete den damals Elfjährigen für das NLZ. Zuletzt aber sei es „natürlich nicht ganz optimal gelaufen“, findet der Geschäftsführer und hofft auf einen Neuanfang für den jungen Angreifer, falls der Transfer durchgeht: „Dann muss man schauen, ob es einen Verein gibt, wo er ein bisschen rauskommt, sich sportlich ein Stück weit neu aufstellt und neues Selbstbewusstsein bekommt.“

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