Die ersten zwei Pflichtspiele sind absolviert. In einem Interview hat Roland Virkus, Geschäftsführer Sport bei Borussia Mönchengladbach, über den Auftakt der Fohlenelf gesprochen und sich zum Thema Transfers geäußert.
„Keine Wasserstandsmeldungen“ zu Transfers von Gladbachs Sportchef
Kurz vor dem Ende der Transferfrist bleibt es auch im Borussia-Park spannend. Mit Manu Koné gibt es im Kader einen Wechselkandidaten, der eine Menge Geld für das Bankkonto der Borussen verspricht. Vor allem die italienischen Spitzenklubs AC Mailand und AS Rom haben zuletzt starkes Interesse an dem Mittelfeldspieler, der über 20 Millionen Euro kosten soll, signalisiert; inzwischen soll auch Paris Saint-Germain wieder Thema sein.
Mit dem Geld aus dem Koné-Verkauf könnte ein neuer Abwehrspieler finanziert werden, aber außer Koné sind auch andere Abgänge auf den letzten Drücker möglich. Florian Neuhaus, der Kontakt zum FC Augsburg hat, ist ein Kandidat, auch Nico Elvedi. Was passiert noch auf der Transferseite? „In den letzten Tagen ist international, aber auch in der Bundesliga einiges an Bewegung reingekommen. Warten wir es ab – ich werde keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, sagt Virkus in einem Interview mit Borussias Klubmedien.
Mehr Einblicke gewährt Gladbachs Sport-Geschäftsführer bei seiner Bestandsaufnahme, nachdem die ersten beiden Pflichtspiele absolviert sind. In der ersten DFB-Pokalrunde hatte sich die Fohlenelf letztendlich souverän 3:1 bei Drittligist Erzgebirge Aue durchgesetzt. Zum Bundesligastart kassierte man am Freitag gegen den Deutschen Meister Bayer Leverkusen eine denkbar unglückliche 2:3-Niederlage nach dem falschen VAR-Eingriff in der Schlussminute. „Die Mannschaft hat sich zweimal gut präsentiert, unterm Strich einmal gewonnen und einmal verloren. Und natürlich läuft noch nicht alles rund, wir haben noch einiges an Arbeit vor uns. Neben den Ergebnissen ist für mich aber die positive und kämpferische Haltung wichtig, mit der die Mannschaft in die Spiele gegangen ist. Die Mannschaft hat als Mannschaft funktioniert“, zeigt sich Virkus zufrieden. Gleichwohl verbindet er die Eindrücke auch mit einer Forderung für die kommenden Aufgaben. „Wir müssen jetzt dranbleiben“, so der 57-Jährige. „Daran müssen wir unbedingt anknüpfen.“
Besonders gegen Bayer hätte das Team die Vorgaben gut umgesetzt. „Auch wenn wir am Ende verloren haben: Wir haben ganz viel von dem gesehen, wie wir in dieser Saison auftreten wollen. Die Mannschaft hatte einen klaren Plan, hat gegen den Deutschen Meister ordentlich verteidigt und immer wieder mutig nach vorne gespielt. Die Jungs haben sich gegenseitig unterstützt, gepusht und gegen eine sehr starke und eingespielte Mannschaft immer wieder Bälle erobert. Sie hat an sich geglaubt – auch, als es zur Pause 0:2 stand und man gerade ein Tor aberkannt bekommen hat“, erklärt Virkus.
Virkus kritisiert
Seine Kritik am VAR-Eingriff vor dem 2:3 hatte der Sportchef schon direkt nach dem Abpfiff am Freitagabend angebracht. Im Interview äußert er nun erneut sein Unverständnis. „Es wurde immer betont, dass sich der VAR nur bei klaren Fehlentscheidungen melden soll. Diese lag in der Nachspielzeit beim Einsatz von Ko Itakura gegen Amine Adli nicht vor, und der VAR-Einsatz war aus meiner Sicht auch schon beim nicht gegebenen Tor von Tim Kleindienst vor der Pause nicht richtig. Es hieß vor der Saison, dass die Schiedsrichter wieder mehr Entscheidungen im Stadion treffen sollen, um ihre Position zu stärken. Am Freitag war davon nichts zu sehen. Da fragt man sich schon, wieso sich in solchen Fällen eine andere Instanz einschaltet“, kritisiert Virkus. Er hätte am Wochenende mit DFB-Schiedsrichter-Chef Knut Kircher telefoniert und ihm „in einem guten Gespräch unser Unverständnis über den VAR-Einsatz am Freitag deutlich mitgeteilt“. Kircher wiederum hatte am Sonntag im „Doppelpass“ eingeräumt, dass der VAR-Einsatz in der Itakura-Szene falsch war. Virkus‘ Fazit: „Für mich bleibt unterm Strich: Wir müssen dringend aufpassen, dass wir den Fußball nicht bürokratisieren.“

