Der Handelfmeter zum 0:1 war für den FC Augsburg der Anfang vom Ende beim 0:4 in Heidenheim. Keven Schlotterbeck gab anschließend Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner contra.
Schlotterbecks Sicht auf den Handelfmeter
Es war nicht das Wochenende der Schlotterbecks: Nationalspieler Nico flog am Samstag beim 0:0 seiner Dortmunder in Bremen mit Gelb-Rot vom Platz, der ältere Bruder Keven verursachte tags darauf beim 0:4 des FC Augsburg in Heidenheim einen Handelfmeter, über den er sich auch dann noch aufregte, als der kicker ihm nach der Partie die Begründung aus Schiedsrichter-Sicht mitteilte.
Was war passiert? In der Halbzeit sprach der Reporter des kicker den beim Spiel anwesenden Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner an und bat um eine Einschätzung. Dessen Erklärung deckte sich mit der Ansicht des kicker: Schlotterbeck, so Wagner, habe den Ball auf ihn zukommen sehen, zudem eine aktive Bewegung zum Ball gemacht. Die Strafstoß-Entscheidung von Schiedsrichter Martin Petersen nach Hinweis des VAR und Ansicht der Bilder sei daher richtig und regelkonform.
Jungs Handspiel war tatsächlich (noch) eindeutiger
Aber ist es so einfach? Nicht für Schlotterbeck, der sich nach dem Spiel in Rage redete, während die Szene im Hintergrund noch einmal über einen Bildschirm flimmerte. „Soll der Herr Wagner nächste Woche nochmal zur Schiedsrichter-Schulung kommen. Das ist immer ganz lustig, da kann ich über letzte Woche dasselbe sagen, der Bremer sieht den Ball deutlich länger als ich“, lud der Verteidiger den Lehrwart ein. Die Krux aus Augsburger Sicht: In der Vorwoche war ihnen tatsächlich ein Elfmeter von Schiedsrichter Sascha Stegemann verweigert worden, das Handspiel des Bremers Anthony Jung war tatsächlich (noch) eindeutiger.
Diese Tatsache aber hatte nichts mit der Entscheidung vom Sonntag zu tun. Schlotterbeck, noch einmal zu der Szene, die das Spiel mit dem folgenden 0:1 früh gegen den FCA lenkte. „Die Hand vom Gegenspieler ist unter meiner Hand, weshalb wir beide mit dem Arm arbeiten, ich deshalb nicht bewusst mit dem Arm zum Ball gehe. Es sieht nur so aus.“ Sein frustrierter, abschließender Zusatz: „Lassen wir es einfach, fürchterlich.“
Apropos fürchterlich: Der Auftritt des FCA trug Züge dieses Adjektivs, er war mindestens ernüchternd. Schlotterbeck erkannte daher völlig richtig: „Wir wollen nicht über den Schiedsrichter reden, sollten uns an die eigene Nase fassen.“

