Der SV Werder Bremen wusste beim 0:0 gegen den BVB zwar zu überzeugen – zwei Profis zeigten sich trotzdem äußerst verstimmt. Reaktionen folgten umgehend.
Werder: Kritische Zwischentöne vom Kapitän und Ducksch
Dass Neuzugang Derrick Köhn noch nicht im Bremer Kader stand, war angesichts seiner Verpflichtung am letzten Transfertag eine schlüssige Maßnahme. Weil aber auch Keke Topp bei Werder von Beginn an für den wiedererstarkten Justin Njinmah Platz machen musste, bestand die Startelf von Ole Werner gegen Borussia Dortmund ausschließlich aus bewährten Kräften – was ja bereits während der Transferperiode das bestimmende Thema der Personalpolitik des Klubs gewesen war: Dass zu wenige Veränderungen am Kader vorgenommen wurden.
Das sieht übrigens auch der Bremer Kapitän noch immer so, jedenfalls habe Marco Friedl gehofft, „dass wir da noch ein bisschen was machen“ – auch nach der Köhn-Ausleihe, bis zur Deadline am Freitag um 20 Uhr. Vergeblich allerdings. „Ich bin ja nicht unzufrieden mit unserem Kader, ich bin zufrieden mit den Spielern – aber ich hätte mir einfach in der Breite ein bisschen mehr gewünscht“, befand der Österreicher: „Denn wir haben letztes Jahr gesehen: Wenn zwei, drei, vier Spieler ausfallen, dann wird es eng – unser Kader ist dünn. Das ist jetzt nicht so gekommen, doch vielleicht passiert dann im Winter ja noch was.“
Niemeyer: „Man muss nicht immer einer Meinung sein“
Eine unmittelbare Replik folgte wenige Minuten darauf vom Peter Niemeyer. „Wir sind nominell nicht überbesetzt, was uns auch stark macht, weil wir aus einer mannschaftlichen Geschlossenheit kommen müssen. Und da hilft ein kleiner, kompakter Kader“, sagte Werders Leiter Profifußball: „Von daher: Man muss ja nicht immer einer Meinung sein.“
Das war indes dann ganz offensichtlich auch bei Marvin Ducksch und Trainer Werner so. Der Werder-Profi konnte seine Auswechslung zu Beginn der Nachspielzeit gegen zehn verbliebene Dortmunder – Nico Schlotterbeck hatte in der 73. Minute Gelb-Rot gesehen – so überhaupt nicht nachvollziehen. „Ich muss ein bisschen aufpassen, was ich sage“, erklärte der Profi im Nachgang an das 0:0, bei dem Werder über weite Strecken zu überzeugen wusste: „In Überzahl hatten wir eigentlich nur noch den Ball. Und dann hätte man vielleicht auch einen anderen Spieler auswechseln können.“
Ducksch erklärt seinen Wechsel-Frust
Der Angreifer verwies dabei auf die Mittelfeldspieler Jens Stage oder Senne Lynen, die Werner eher hätte für Joker Marco Grüll vom Platz nehmen können, um ein offensiveres Signal zu senden. „Aber der Trainer hat so entschieden, das muss ich akzeptieren“, so Ducksch: „In der Situation war ich nicht erfreut, deswegen war da ein kleiner Frust bei mir.“
Und dann bemängelte der 30-Jährige wie auch Friedl („Wir wussten nicht, was wir jetzt machen müssen“) noch, dass Werder insbesondere nach dem Dortmunder Platzverweis offensiv weitgehend verharmloste: „Ich hatte das Gefühl, dass wir den Ball nur noch von links nach rechts gespielt haben, es war weniger Bewegung drin als vorher“, monierte Ducksch – und adressierte an die Trainerbank noch folgenden Satz: „Da muss natürlich auch was von außen kommen, die eine oder andere Hilfestellung.“
Werner: „Darüber müssen wir sprechen“
Doch auch da folgte wenig später bereits eine öffentliche Replik des Werder-Chefcoaches. „Ich glaube schon, dass wir von außen eingewirkt haben. Das Grundproblem war, dass wir nicht wirklich mal mit den Innenverteidigern die Räume angegangen sind, die sich dann geboten haben. Das haben wir schon besprochen“, erklärte Werner.
Die abgefangenen Bälle seien viel zu hektisch, zu ungeduldig nach vorne gespielt worden – es fehlte die Ruhe, die Angriffe vorzubereiten und ins letzte Drittel zu kommen. „Wir haben es nicht so umgesetzt bekommen – warum auch immer“, betonte der 36-Jährige: „Darüber müssen wir dann sprechen.“

