Holstein Kiel musste gegen den VfL Wolfsburg die nächste Niederlage hinnehmen. Trotzdem zogen die Störche einiges Positives aus dem Auftritt und blicken zuversichtlich voraus – trotz einer Roten Karte für Trainer Marcel Rapp.
Geschäftsführer ehlmann ärgert sich über Rapp-Platzverweis
Die Fans feierten ihre Spieler noch minutenlang, als hätte Holstein Kiel gerade den ersten Sieg der äußerst kurzen Bundesliga-Geschichte eingefahren. Doch tatsächlich hatten die Störche gerade mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg verloren. Und dabei wie schon bei der 2:3-Auftaktniederlage bei der TSG Hoffenheim trotz eines spielerisch guten Auftritts einiges an Lehrgeld bezahlt.
„Das heute muss keine Niederlage sein“, ärgerte sich Timo Becker am Sky-Mikrophon. „Man hat gesehen, dass wir gut kombinieren können, wenn wir Fußball spielen. Am Ende muss man aber die Null halten, um Spiele in der Bundesliga zu gewinnen.“
Und das hatten die Störche abermals nicht geschafft. Zwei Standardtore binnen drei Minuten reichten abgezockten Wolfsburgern zum Sieg. Da Kiel danach reihenweise gute Chancen vergab, stand so die zweite Niederlage in der Liga – und das erste Spiel ohne eigenen Treffer nach zuvor 26 in Folge.
Holtby gibt sich zuversichtlich – trotz des nächsten Gegners
Als „brutal ärgerlich“ bewertete auch Kiels Geschäftsführer Sport Carsten Wehlmann die Niederlage. „Wir waren gut im Spiel, konnten mithalten. Wolfsburg hatte nicht mehr Torchancen als wir.“ Doch am Ende stehe es halt 0:2 gegen eine erfahrene Wolfsburger Mannschaft, konstatierte Wehlmann.
Positiver äußerte sich da Lewis Holtby. Auch er bemängelte zwar „Tore aus dem Nichts“ und die eigene Effizienz. Doch meinte der KSV-Kapitän: „Wir können definitiv mehr als mithalten.“ Nun gelte es, die spielerischen Leistungen in Punkte umzumünzen. Bange wird Holtby dabei noch lange nicht: „Wir haben null Punkte, aber da geht Welt nicht unter. Es wäre schlimmer, wenn das nach vielen Spielen so wäre. Nun heißt es: Mund abputzen und weiter geht’s!“
„Wir haben null Punkte, aber da geht die Welt nicht unter. Mund abputzen und weiter geht’s!“ (Lewis Holtby)
Nach der Länderspielpause (14. September) gastiert nun ausgerechnet der FC Bayern im Holstein-Stadion. Ein erster Bundesliga-Sieg gegen den Rekordmeister wäre schon eine Sensation. Auch wenn Holtby keck meinte: „Dann müssen wir halt die Bayern schlagen!“
Rapp-Platzverweis als Handicap gegen die Bayern
Ein Handicap dürfte in jenem Top-Spiel am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) das Fehlen von Cheftrainer Marcel Rapp sein. Der 45-Jährige hatte sich in der Nachspielzeit bei einer Rudelbildung eine Rote Karte eingehandelt, ausgelöst wurde diese von einer Rangelei um den Ball an der Wolfsburger Bank.
„Das darf uns nicht passieren, das wissen wir“, ärgerte sich Geschäftsführer Wehmann über die Schwächung, schob den Aussetzer aber auf die „Emotionalität“ im Stadion: „Marcel Rapp ist ein emotionaler Trainer, und das ist gut so.“
„Er kann in die Mannschaftskasse einzahlen, dann ist das Ding wieder geregelt.“ (Timo Becker nach der Roten Karte gegen Trainer Marcel Rapp)
Plötzlich wieder Außenseiter: Holstein Kiel, der neue Bundesliga-Zwerg (k+)
Auch Becker wollte die Situation nicht überbewerten: „Das ganze Spiel war hitzig. Am Ende ist dann alles übergeschwappt.“ Die Rote Karte dürfe Rapp nicht passieren, auch wenn Becker dessen Temperament lobend herausstellte. Aber: „Er kann in die Mannschaftskasse einzahlen, dann ist das Ding wieder geregelt“, witzelte der Rechtsverteidiger.
Holtby wollte wegen des Platzverweises das anstehende Duell mit dem Rekordmeister noch nicht abhaken: „Er (Rapp, Anm. d. Red.) wird uns vorher sicher gut einstellen. Und dann müssen es die Co-Trainer halt richten.“ Schließlich wollen sich die Störche von ihren Fans bald für den ersten Sieg feiern lassen.

