Vor der Wahl des neuen Vorsitzenden der TSG dreht sich in Hoffenheim das Kandidaten-Karussell. Der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht hat nur einen Gegenkandidaten – der bleibt bislang anonym.
Kandidat Waibel zieht zurück – Anonymer Konkurrent für Albrecht
Am kommenden Montag hat die TSG Hoffenheim zu einer Mitgliederversammlung geladen, wichtigster Programmpunkt: die Wahl des Ersten Vorsitzenden. Die war vorgezogen worden, weil der eigentlich gerade erst wiedergewählte Kristian Baumgärtner wenige Wochen später sein Amt niedergelegt hatte, aus gesundheitlichen Gründen, wie es hieß. Als wahrer Grund galt hinter vorgehaltener Hand schnell interner Druck, weil Baumgärtner in Opposition getreten war zu Klubmäzen Dietmar Hopp.
Baumgärtner stand hinter der damaligen sportlichen Führung um Geschäftsführer Alexander Rosen, die wenig später dann auch geschasst worden war. Mit dem Segen der interimistischen Stellvertreterin, der Zweiten Vorsitzenden, Simone Engelhardt, die demnach ins zweite Glied zurückkehrt. Seither rumort es in der Fanszene.
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Der Posten des Vereinschefs hat deswegen enorm an Bedeutung gewonnen, weil Hopp freiwillig seine Stimmrechtsmehrheit an den e.V. zurückgegeben hatte, der Verein damit in den Kreis der 50+1-Klubs zurückgekehrt war und deshalb rein formal mächtigster Gesellschafter ist – freilich nach wie vor in existenzieller Abhängigkeit vom Mäzen.
Zwei Bewerber haben sich bereits zurückgezogen
Am Sonntag war die Bewerbungsfrist für die Wahl abgelaufen, zwischenzeitlich war der Kandidatenkreis auf vier gestiegen. Neben dem früh benannten Jörg Albrecht, den die Fanszene bereits als „Marionette“ Hopps gebrandmarkt und dessen Unterstützung torpediert hatte, positionierte sich zunächst auch ein gewisser Helmut Waibel aus Weinheim. Der hat allerdings seine Kandidatur mittlerweile zurückgezogen.
Zudem hatten zwei weitere Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen, beide scheuen allerdings (noch) die Öffentlichkeit und wollen anonym bleiben. Einer der beiden hat sich dem Vernehmen nach nun auch aus dem Rennen verabschiedet.
Damit läuft es am kommenden Montag auf eine Kampfabstimmung hinaus zwischen dem scheidenden Sinsheimer Oberbürgermeister Albrecht und dem großen Unbekannten, der mutmaßlich aus der Fanszene kommt.
Hopp ist natürlich daran interessiert, dort einen Gefolgsmann zu installieren, schließlich will der wichtigste Geldgeber seinen Einfluss nicht beschränkt oder gar torpediert sehen oder den nunmehr mit weitreichenden Kompetenzen ausgestatteten Posten womöglich mit eingeschränkter Fachkompetenz besetzt wissen. Davon könnte letztlich abhängen, ob und wie weit sich Hopp auch weiterhin finanziell im und für den e.V. engagiert. Es bleibt spannend.

