Der beliebte Kollege ist zu Crystal Palace abgewandert, neue Konkurrenz zieht aber schon gleich doppelt auf. Der erfahrene belgische Nationalspieler lässt sich davon nicht beeindrucken.
Wolfsburg: Verteidiger trifft beim 2:0 in Kiel
Vierte Saison in Wolfsburg, vierter Treffer für den VfL. „Es ist lange her, dass ich ein Tor erzielt habe“, freute sich Sebastiaan Bornauw über seinen Kopfball zum 2:0-Endstand in Kiel am Samstag. Noch wichtiger: „Die ersten drei Punkte der Saison sind da, das tut ganz gut.“ Und erfolgte pünktlich zum 53. Geburtstag seines Vaters Kenneth, kaufmännischer Geschäftsführer bei seinem Heimatklub RSC Anderlecht, dem der 25-Jährige seine Glückwünsche via TV nach Belgien schickte.
Hasenhüttl lobt die Abwehr
„Ich glaube, dass wir uns gut in die Partie gekämpft haben“, so Bornauw nach dem historisch ersten Bundesliga-Heimspiel der KSV Holstein. „Die Kieler waren natürlich sehr motiviert – wir auch.“ Und das, obwohl es kein einfaches Spiel für den Innenverteidiger war. Die vergangene Woche war geprägt von der Ungewissheit, ob Maxence Lacroix dem Verein erhalten bleibt.
Der Franzose wechselte bekanntlich auf der Zielgeraden der Transferperiode zu Crystal Palace. Wie schon beim 2:3 gegen die Bayern eine Woche zuvor bildeten wieder Bornauw und der Schweizer Cedric Zesiger die Innenverteidigung der Niedersachsen. „Sie haben es gut gemacht“, befand Ralph Hasenhüttl. Die Tatsache, dass sein Team gegen den Aufsteiger verstärkt lange Bälle als Mittel einsetzte, um sich in der gegnerischen Hälfte Vorteile zu verschaffen, habe nichts mit vermeintlichen Schwächen der beiden zentralen Abwehrspieler im Aufbauspiel zu tun, so der Trainer: „Es ist zu Beginn, um sich zu finden, immer recht hilfreich, wenn du das Spiel einfach hältst.“
Koulierakis und Vavro kommen
„Schade, den Maxence ist ein sehr guter Freund für mich in der Mannschaft gewesen“, trauerte Bornauw unterdessen dem verabschiedeten Kollegen nach, aber: „Es geht immer weiter. Mit wem, das entscheiden wir nicht immer selbst. So ist das Fußballgeschäft.“ Zu dem auch der neue Konkurrenzkampf gehört, der mit den beiden nachverpflichteten Konstantinos Koulierakis (PAOK Saloniki) und der Slowake Denis Vavro (ausgeliehen vom FC Kopenhagen) entsteht. Gesucht wird nun in Wolfsburg die Idealformation in der letzten Reihe – und der dazugehörige neue Abwehrchef. „Mal gucken, wer spielt. Ich mache einfach meinen Job und versuche, Woche für Woche mein Bestes zu geben“, bleibt Bornauw gelassen. In Kiel hat er mit Argumenten für sich aber mit Eigenwerbung vorgelegt.

