Am Ende war es der perfekte Tag für Thomas Müller. Dass der Titel „alleiniger Rekordspieler des FC Bayern München“ wenig in ihm auslöst, daraus machte er keinen Hehl. Sein Tor hingegen feierte der Routinier ausgiebig und schickte einen besonderen Dank an seinen ersten Förderer.
Routinier ist alleiniger Rekordspieler des FC Bayern München
58 Minuten und 26 Sekunden zeigte die Spieluhr in der Münchner Allianz Arena an, als Thomas Müller für Michael Olise den Rasen betrat und gewohnt euphorisch vom Publikum begrüßt wurde. Am frühen Sonntagabend fiel der Applaus aber noch einmal euphorischer aus, als Stadionsprecher Stephan Lehmann das ausverkaufte Rund über Müllers neuen Rekordspieler-Status informierte.
Müllers „van-Basten-Lauf“
Mit 710 Pflichtspiel-Einsätzen ist Müller nun alleiniger Rekordhalter der Münchner und hat damit Bayern-Legende Sepp Maier hinter sich gelassen. „Ich wusste natürlich, was auf mich zukommt, aber Rekorde sind mir nicht so wichtig“, präsentierte sich der 34-Jährige am DAZN-Mikrofon bescheiden und verwies vielmehr auf seinen Treffer zum 2:0-Endstand.
„Ich habe heute ein brutal schönes Tor gemacht, technisch überragend und dann geht er auch noch rein – das ist das, was mir Spaß macht. Ob das jetzt 710, 712 oder 325 Spiele sind“, sei nicht so wichtig, betonte der ehemalige Nationalspieler und ging nochmal genauer auf seinen Treffer ein. „Ich habe einen Lauf gemacht, den hat mein früher Förderer, der uns wirklich viel beigebracht hat, den van-Basten-Lauf genannt.“
Gemeint ist natürlich Louis van Gaal, der Müller entscheidend zum Durchbruch verhalf. „Wenn du den Laufweg antäuschst, dass du auf der Ballseite in die Tiefe gehst und dich dann aber mit einem Gegen-Laufweg wieder in den Rücken des Verteidigers wegziehst. An sich war das genau der. Am Ende lernst du etwas vor 15 Jahren und das kannst du heute verwenden – so soll es sein. Danke Louis, danke Louis.“
Kompanys besondere Anekdote zu Müllers Debüt
Zur Feier des Tages bejubelte Müller seinen perfekten Tag mit den Bayern-Fans in der Südkurve, sang ausgelassen und tauschte sich einige Augenblicke mit den Anhängern aus. „Ich kenne einige persönlich. Ich habe ihnen gesagt, dass sie dieses Jahr hart arbeiten sollen, weil sie werden einige Urlaubstage brauchen. Wir haben dieses Jahr richtig was vor. Das hat ihnen und mir natürlich richtig gut gefallen.“
„Absolut – in weiter Ferne“, antwortete der Offensivakteur auf die Frage, ob damit das „Finale dahoam“ gemeint sei. „Das wirkliche Ziel ist aber erstmal die PS so auf die Straße zu bringen, dass wir gute Spiele machen. Das andere ist das übergeordnete Ziel, aber du musst natürlich den Weg ins Auge fassen, der dich zum Ziel bringt. Das andere kann irgendwo in der Kabine als Leitspruch hängen.“
Auch Trainer Vincent Kompany zollte Müller großen Respekt und erzählte eine besondere Anekdote. „Ich habe sein erstes Spiel miterlebt, ich war genau auf diesem Platz. Damals aber mit dem HSV.“ In der Tat war der Belgier am 1. Spieltag der Saison 2008/09 bei den Rothosen eingewechselt worden und war bereits damals erstmals auf den zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alten Müller getroffen. „710 Spiele sind unglaublich. Er hat aber nicht nur 710 Spiele 100 Prozent gegeben, sondern auch im Training. Das macht Thomas so besonders. Erst ist 34, aber es geht mit vielen Spielen diese Saison noch weiter.“
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