Hoffenheims eigentümliche Transfers

Auch im Transferendspurt wurde im Kraichgau nicht gekleckert und Stürmer Erencan Yardimci sowie Verteidiger Arthur Chaves verpflichtet.

9,5 Millionen für eine Leihe und eine Zweitligaspieler

Eigentlich schienen die umfangreichen Transferbemühungen abgeschlossen, nachdem sich die erhofften Verpflichtungen von Martin Vitik (Sparta Prag) und Assane Diao (Betis Sevilla) zerschlagen hatten. Schlussendlich aber gab Hoffenheim trotzdem zwei weitere Zugänge zu Protokoll, die die Rekordinvestitionen dieses Sommers nach kicker-Informationen auf rund 60 Millionen Euro erhöhten.

Knapp zehn Millionen wurden noch auf den letzten Drücker ausgegeben für in der Branche eher namenlose Spieler. So kaufte die TSG einen gewissen Erencan Yardimci von Eyüpspor, blätterte für den U-21-Nationalstürmer der Türkei immerhin vier Millionen Euro hin, um ihn trotzdem umgehend weiterzuverleihen an Sturm Graz. Mit dem dortigen Sportgeschäftsführer ist die TSG bestens bekannt, Andreas Schicker galt zwischenzeitlich als Nachfolgekandidat des in Hoffenheim geschassten Kollegen Alexander Rosen. Einer der ersten Transfers dieses Sommers – Alexander Prass aus Graz – war naturgemäß auch über Schicker gelaufen. Zumindest bemerkenswert, dass Hoffenheim nur eine gute Woche nach Haris Tabakovic (5 Mio. von Hertha BSC) den nächsten Mittelstürmer verpflichtet, um ihn für nicht wenig Geld anderswo zu parken.

Chaves kommt als Perspektivspieler

Aber auch die Verpflichtung von Innenverteidiger Arthur Chaves muss als ungewöhnlich eingestuft werden. Denn der Brasilianer spielte bislang in der 2. Liga Portugals, die kolportierte Ablöse von 5,5 Millionen Euro will aber so gar nicht zu dieser Kategorie passen. Zwar gilt der 23-Jährige, der es immerhin zwischenzeitlich in Brasiliens Olympiakader geschafft hatte, durchaus als talentiert und auch für höhere Aufgaben tauglich, dafür ist der Preis dennoch stolz.

Erst recht, wenn Chaves als Perspektivspieler kategorisiert wird, der versucht, sich an das Hoffenheimer Niveau anzupassen. Nun muss man wissen, dass Academica Viseu eine Art Hoffenheimer Filiale ist, die HOBRA GmbH & Co. KG ist dort Mehrheitseigner und gehört TSG-Mäzen Dietmar Hopp. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

60 Millionen Euro für sieben Spieler

Insgesamt hat Hoffenheim damit in diesem Sommer rund 60 Millionen Euro in sieben neue Spieler investiert, zuvor waren bereits Prass (9,5 Mio. aus Graz), Adam Hlozek (18 Mio. aus Leverkusen), Tabakovic (5 Mio. von Hertha BSC), Robin Hranac (8 Mio. von Viktoria Pilsen) sowie Valentin Gendrey (10 Mio. aus Lecce) geholt worden.

Es wird spannend, wann und wie sich diese Ausgaben auszahlen. „Am Ende wird die Zeit zeigen, wie gut die Transferaktivitäten tatsächlich waren in dieser Periode“, ahnt Trainer Pellegrino Matarazzo, dessen Aufgebot erst spät ergänzt worden war.

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