Harry Kane wurde am Dienstag vom kicker mit dem Golden Shoe ausgezeichnet – und sprach anschließend über neue Ziele.
Bayerns Toptorjäger mit dem Golden Shoe ausgezeichnet
Am Dienstagabend, nachdem er das Sakko abgelegt und die Krawatte ein bisschen gelockert hatte, ließ Harry Kane die Marmorplatte mit dem Goldenen Schuh darauf mal stehen und hielt inne. „Es ist wichtig, diese Momente sacken zu lassen, sie zu genießen“, hatte er nach der Verleihung des vom kicker vergebenen Preises bereits gesagt und am Abend, im Kreise der Familie, Wort gehalten.
Der FC Bayern wurde in der vergangenen Saison zwar nur Dritter und England bei der Europameisterschaft nur Zweiter, doch Toptorjäger Kane musste sich persönlich nicht viel vorwerfen. Er beendete seine Debütsaison außerhalb Englands mit 36 Bundesliga-Treffern und damit – wie es der Preis auch aussagt – als bester Torschütze Europas.
Den Wechsel zu Bayern bezeichnete der stolze, vierfache Familienvater daher ohne Übertreibung als „eine der besten Entscheidungen meines Lebens“. Noch hat es zwar immer nicht gereicht für einen Klubtitel, doch der 31-Jährige ist nach dem Trainerwechsel von Thomas Tuchel zu Vincent Kompany optimistisch: „Ich bin wirklich beeindruckt von der Energie, die er reingebracht hat“, lobt er seinen neuen Coach.
„Mit dieser Art und Weise, wie wir gerade spielen, bekommen wir viele Torchancen“
Kompany, erzählt Kane, habe „jetzt schon den Respekt von allen Spielern“ bekommen, was beim FC Bayern ja durchaus nicht so einfach und eher ein heikles Unterfangen ist. „Nicht nur als Trainer, sondern auch als Spieler, manche kennen ihn noch als Gegen- oder Mitspieler; wie tough, wie leidenschaftlich und wie erfolgreich er war. Wir wollen mit und ohne Ball aggressiv sein, das hat man am Wochenende schon gesehen – und das wird sich noch verbessern. Das Team ist hungrig, der Coach ist hungrig, erfolgreich zu sein.“
Ein paar Wochen habe er nach dem verlorenen EM-Finale gebraucht, um den zweiten zweiten Platz in Folge mit der Nationalmannschaft zu verdauen, inzwischen jedoch „denke ich wieder voraus“, betont Kane. Und sieht auch bei sich noch Verbesserungspotenzial: „Ich gehe in jede Saison mit dem Mindset, mich verbessern zu wollen. Ich schaue mir an, was gut lief und was nicht so gut lief. In welchem Bereich habe ich viele Tore erzielt, in welchem nicht so viele. Mit dem neuen Trainer braucht es natürlich noch ein bisschen Zeit, um genau zu verstehen, was er möchte; wie er meine Rolle im Team sieht.“ Doch das, glaubt Kane, dürfte nicht so lange dauern.
Ob es neben einem Klubtitel in dieser Saison dann einen neuen Anlauf auf die magische 41-Tore-Marke von Robert Lewandowski gibt, lässt Englands Kapitän lieber offen: „Ich glaube, mit dieser Art und Weise, wie wir gerade spielen, bekommen wir viele Torchancen. Und wenn ich die Chancen bekomme, kann ich sie auch verwerten. Aber der Rekord ist unglaublich … Wenn ich im April nah dran bin, können wir darüber reden.“ Abgemacht.

